Orgiastisches Stöhnen verboten

Sie kennen das Matterhorn nicht und verwechseln das Bundeshaus mit einer Kirche, aber stöhnen können sie – überlaut und deutlich. Vier der zur Wahl stehenden Missen hätten den vorgetäuschten Orgasmus mitten im Restaurant von Meg Ryan aus «When Harry Met Sally» nachahmen sollen.
Und sie stöhnten willig um die Wette. Lasziv und vor allem: Laut. So laut, dass das Schweizer Fernsehen sich weigert, das „erotische“ Mini-Filmchen zu senden.

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Sex-Besessenheit und Prüderie

Robert Pfaller glaubt eine neue Prüderie der Gesellschaft einerseits entdeckt zu haben und andererseits eine gewisse Besessenheit von drastischen Formen der Sexualität.

„Je mehr die Gesellschaft als ganze ihre kulturellen Bezüge zur Sexualität verliert, desto drastischer sind die Bilder davon, die auf ihren Bühnen erscheinen. Und zwar mit einer doppelten Funktion: sowohl, um der verbliebenen Sehnsucht Nahrung zu geben, als auch, um von der Sache abzuschrecken und über ihren Verlust zu trösten. Es verhält sich wie bei der aktuell beobachtbaren Entwicklung von verlorengehendem Genuss zu verstärkt wahrgenommener Sucht: Wenn es keine Normalvorbilder des Genusses mehr gibt, dann treten nur noch deren Zerrbilder in Erscheinung. Das Zerrbild des Genusses ist der Süchtige; das Zerrbild der Sexualität ist der Popstar oder der Talkshowgast.“

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„Softcore“ – Sex, Drogen und Langeweile

Omid Nouripour hat den Roman „Softcore“ des Deutsch-Iraners Tirdad Zolghadr gelesen. Er ist in dem Buch einem psychedelisch schillernden Psychogramm der iranischen Oberschicht begegnet und stellt fest, die Teheraner-Oberschicht ist genauso dekadent wie jede andere dieser Art.

„In „Softcore“ beschreibt der Protagonist sein sporadisch geführtes Engagement für eine Galerie. Ihn treibt dabei aber nicht etwa sein Kampf für die Kunstfreiheit an, sondern eher seine dominante, wohlhabende Freundin Stella. Diese ostentativ postmoderne Lebensweise wird ihm allerdings in der politisch-explosiven Atmosphäre des Iran zum Verhängnis. Tirdad wird verhaftet, weil er einen Blumenladen filmt, er gerät in Machenschaften, die er nicht versteht, er ist ferngesteuert und überfordert und redet sich dabei ein, er würde die Welt überfordern. Die Hybris des Bohemiens in Teheran ist also eigentlich genau dieselbe wie an den anderen Orten der Handlung, seien sie Lagos, Beirut, Hamburg oder Zürich auch. Diese Grundhaltung aber ist in Teheran tödlich.“

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Sie ficken sich zutode

die madagassischen Chamäleons. Das steht heute in der Online-Ausgabe des New Scientist. Das kurze Leben des Furcifer labordi spielt sich folgendermassen ab: Es verbringt acht Monate seines Lebens im Ei, wächst innerhalb von zwei Monaten zur Geschlechtsreife heran, pflanzt sich fort und stirbt.
Der frühe Tod liege am energieintensiven Reproduktionsakt des Chamäleons, sagen die Forscher. In bisher unveröffentlichten Experimenten konnte der Forscher feststellen, dass das Sexualverhalten der kleinen Reptilien ein energetisch aufwändiges Unterfangen für beide Partner darstellt. „Zunächst raufen sich die Männchen in langen Kämpfen um ein Weibchen, ehe es dann zu einem nicht minder heftigen Paarungsgeschehen zwischen den beiden Geschlechtspartnern kommt“, erklärt der Forscher. Die Trockenzeit in Madagaskar ist eine starke physiologische Belastung sodass viele Tiere eine Art „Winterschlaf“ halten, um Energie zu sparen. Offensichtlich gibt es aber auch Arten, die das Problem durch den Tod lösen, so der Experte. Es sei für manche Spezies durchaus sinnvoll die ganze Energie in einen einzelnen Reproduktionszyklus zu bündeln. „Möglicherweise ist das bei manchen Chamäleonspezies weiter verbreitet, als bisher angenommen.“ Grillitsch berichtet, dass er selbst Chamäleon-Weibchen gesehen hat, die völlig abgemagert immer noch Eier in sich getragen haben und kurz nach dem Ablegen gestorben sind. Karsten vermutet zudem auch, dass diese Tierart sehr hohe Werte der Sexualhormone in sich tragen. Das könnte das aggressive Paarungsverhalten erklären, aber auch den frühen Tod.
ptat

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Booker Preis geht an Anne Enright

Für ein Werk mit dem Titel „The Gathering“, das wahrhaftig keine Meisterleistung ist. Die irische Autorin seziert die Verhältnisse und Emotionen einer Familie und schildert sämtliche Sexszenen in nahezu verstörender Art.  Einmal mehr wird ein Werk prämiert, das Kindesmissbrauch zum Passepartout für alle Leichen im Keller einer großen Familie macht…

Die irische Presse sieht das ganz anders.
Und für die Zeit kommt das ganze „überraschend“

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