Francis Müller ist mit den verdeckten Recherchen der Medienschaffenden befasst. In den USA ist verdecktes Ermitteln angesehen, während es hierzulande verpönt ist. Eingeführt hat die verdeckte Recherche die Penny Press, die ihre als Trunkenbolde und Herumtreiber beleumdeten Reporter in Leichenhallen, Bordelle und Schlachthäuser schickte. Jacob A. Riis benutzte als Erster den Blitz für seine Fotografien:
„Sie zeigen in Kellern schlafende Straßenkinder, Trunkenbolde im Schnapsdelirium, chinesische Opiumraucher, Kleinganoven und schäbige Schlafstätten für Immigranten. Die Schattenseiten der Stadt wurden mit dem Blitzlicht ausgeleuchtet. Das Buch hatte eine enorme Resonanz und zwang die Politik, dem öffentlichen Raum mehr Beachtung zu schenken. Es wurden als Folge Stadtparks, Spielplätze und öffentliche Baderäume errichtet. Das Konzept der Medien als vierte Gewalt zeigte seine Wirkung. Es ist zentral im Selbstverständnis amerikanischer Journalisten.“


