Georg Kleins Kritik an Jonathan Littells Roman „Die Wohlgesinnten“ hat Ina Hartwig Littell dazu gebracht, Littell mit den französischen poetes maudits. Langsam aber sicher wächst der Eindruck, diejenige Leser der „Wohlgesinnten“, die sich durch die über 1000 Seiten kämpfen, müssten pervers sein
„Nehmen wir de Sade und Bataille, in deren Werken das Morden selbst mit Wollust verknüpft ist. Die Lust wird, und das wäre ein Kriterium des ‘bösen Stils’, zum obersten Gesetz erhoben. Littells Held Max Aue ist aber selbst in Momenten des Triebdurchbruchs noch ganz er selbst. Kontrolliert, fast schon einen Tick selbstironisch fasst er zusammen: ‘Und so entschloss ich mich, den Arsch noch voller Sperma, in den Sicherheitsdienst einzutreten.’ Die Moral wird nicht in Amoral verkehrt, sondern das herrschende Strafrecht wird betrogen, ausgetrickst.“
Micha Brumlik, Leiter des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts, rümpft die Nase und geht noch liebloser um mit Littell:
„In diesem Sinn handelt es sich bei Littells ‘Roman’ literaturwissenschaftlich präzise um einen Müllhaufen aus Pornografie, seiner Thematik nicht entsprechenden Erzählstil, angelesener Zeitgeschichte und nicht zu Ende gedachten moralphilosophischen Bruchstücken.“