al-Qaradawi wünscht neuen Holocaust

Einer der führenden sunnitischen Gelehrten Sheikh Yousuf al-Qaradawi ist der Meinung:

„Allah hatte Hitler beauftragt, die Juden zu bestrafen – und wenn Allah dies will, wird es das nächste Mal durch die Hand der Rechtgläubigen geschehen.“

Für viele gilt er als moderat….

Hier gehts zum Video

…und die Medien hören und sehen nichts

Zeitungen gelesen, Nachrichten, Echo der Zeit gehört, Tagesschau gesehen und weder die Rundschau noch 10vor10 verpasst… Antisemitismus? – Ist doch kein Thema; es geht ja nur um die Juden und die sind in der Minderzahl. Wozu darüber reden?, wir stehen so weit links der Mitte und sind alle Gaza äh, gaga.

Das Leugnen des Holocaust von Bischof Williamson, sagt die Dame von der Rundschau, im Vatikan, beim Papst – die Rabbis regen sich auf, – und nervt Bischof Koch, der nicht mal für den Papst was kann.

Der Antisemitismus in der Schweiz? – Wo?, die Dame sieht keinen, hört keinen, nimmt nichts wahr, lebt im Studio…

Wir bleiben dran!

Broder zum Boykott der Holocaustfeier

Er ist nicht nett, der Brief, den Henryk M. Broder dem Sekretär des Zentralrates der Juden, Stephan Kramer, geschrieben hat. Er findet es gut, der Zentralrat dem Holocaust-Gedenktag fern geblieben ist.

Das ist endlich einmal eine gute Nachricht aus der deutschen Sektion der „Weisen von Zion“, nachdem man in den letzten Wochen und Monaten den Eindruck gewinnen konnte, dass bei Euch nicht immer sehr weise überlegt und gehandelt, sondern nur hektisch und kopflos reagiert wurde.

Schlecht findet er allerdings die Begründung für das Fernbleiben, dieses Nicht-persönlich-Begrüsst-werden.

Sag mal Stephan, wie lange hast du an dieser Begründung gearbeitet und gefeilt? Hast du zwischendurch gekichert oder laut aufgelacht? Ist es Dir bewusst, dass du eine wunderbare Pointe produziert hast, einen „sick joke“, mit dem Du die Brücke von der Tragödie zur Farce schlägst?

und bestätigt, dass die Juden immer höflich geblieben sind.

Wenn wir schon bereit sind, „unseren“ Holocaust mit anderen zu teilen, wollen wir diesmal wenigstens in der VIP-Loge sitzen und nicht irgendwo am Ende des Ganges.
Freilich: Es ist nicht „unser“ Holocaust. Wenn es ein Paket gewesen wäre, hätten unsere Eltern und Großeltern die Annahme verweigern können. Aber diese Option hatten sie nicht. Heute dagegen liegen die Dinge anders. „Wir“ können sagen: „Vielen Dank, ohne uns, macht Euren Holocaust alleine!“

Lesen Sie hier weiter

Veröffentlicht in Satire. Schlagworte: , , . Kommentar schreiben »

„Iran will Krieg“

sagt Joachim Steihöfel und wirft den Europäern vor, die Augen vor der drohenden Gefahr fest zu schließen.

Die selbstgefälligen und konfliktscheuen Europäer beenden jede Diskussion über die existenzielle Gefahr einer islamofaschistischen Nuklearwaffe mit dem Hinweis auf Verhandlungen. Dieses Spiel, insb. der verantwortlichen Politiker, funktioniert hierzulande seit Anfang dieses Jahrzehnts völlig problemlos. Es ist ebenso heuchlerisch wie verantwortungslos. Man darf mit einer gewissen Sicherheit davon ausgehen, dass Verhandlungen mit dem Iran die Mullahs unter keinen Umständen von dem Bau einer Nuklearwaffe abhalten werden. Wann ist der Moment erreicht, in dem man die Verhandlungen als gescheitert ansieht und was sind dann die nächsten Schritte ? Warum wird diese Debatte hierzulande nicht geführt ? Dienen die Verhandlungen nur der Beschwichtigung der eigenen Bevölkerung, die Aufgabe, Weglaufen, Unterwerfung als heilige Werte, den Kampf für eine freie Existenz aber als Kriegstreiberei ansieht ? Wie weit ist die Bundesregierung bereit zu gehen, um eine iranische Nuklearbombe zu verhindern ? Wie weit sind die anderen europäischen Regierungen bereit zu gehen ? Was sind die Versicherungen gegenüber den in ihrer Existenz unmittelbar bedrohten Israelis vor diesem Hintergrund wert ? „

Vielleicht will Europa einen zweiten Holocaust gar nicht verhindern. Vielleicht verspricht sich Europa von einem Sieg der Mullahs über den Nahen Osten Ruhe und Frieden. Vielleicht frag Europa: Was geht uns das an? – Aber das hatten wir doch schon, damals, da Hitler…

Veröffentlicht in Politik. Schlagworte: , , , . Kommentar schreiben »

Littell verklärt den Holocaust

Langsam, aber sicher kriechen sie aus den Löchern, die Kritiker der „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell. Zu ihnen gehört auch Christoph Jahr. Er schreibt

Wohl noch nie wurde ein «historischer» Roman in Deutschland bereits im Voraus mit derart grosser Medienbegleitung bedacht wie Jonathan Littells 1400-Seiten-Epos «Die Wohlgesinnten». Das liegt, so darf man sagen, ohne ihm zu nahe zu treten, nicht am Autor, sondern allein an seinem Stoff. Schon in Frankreich hat Littell Aufsehen erregt, heftige Kritik geerntet, aber auch Lob und Anerkennung. Nun sind «Les Bienveillantes» auf Deutsch erschienen und sorgen auch im «Land der Täter» für aufgeregte Diskussionen. Das ist offensichtlich so gewollt; dass es sich lohnt, darf bezweifelt werden.

Endlich einer, der in der Lage ist, den Inhalt der endlos langen Geschichte auf einige Sätze schrumpfen zu lassen:

Der Protagonist und Ich-Erzähler des Romans, Obersturmbannführer Max Aue, tritt, noch nicht einmal 25 Jahre alt, 1937 in den «Sicherheitsdienst» der SS ein. Dort macht er zunächst nur sehr zögerlich Karriere. Erst der deutsche Überfall auf die Sowjetunion eröffnet ihm die Möglichkeit, als Mitglied des «Sonderkommandos 4a» seine nationalsozialistische Ideologie mit mörderischer Radikalität in die Tat umzusetzen. Mit dem Überqueren des Grenzflusses Bug im Gefolge der Wehrmacht Ende Juni 1941 beginnt, von zahlreichen Rückblenden unterbrochen, der eigentliche Erzählstrang des Romans, der, bisweilen dicht am Landser-Kitsch entlangschrammend, bis in die letzten Kriegstage führt.

Und kommt zum Schluss

Littell nimmt nun nicht nur die Perspektive eines Täters ein, er fordert seine Leser auch zur Identifikation mit ihm auf. Zugleich anthropologisiert er die Schuldfrage, indem er Aue verkünden lässt, dass jeder andere an seiner Stelle mit grosser Wahrscheinlichkeit genau das getan hätte, was er getan hat. Indem Littell seinem Roman die Züge einer antiken Tragödie verleiht, wird alles Geschehen und Handeln zum unbeeinflussbaren Schicksal: Jeden hätte es treffen können, gleich ob als Täter, Opfer oder Zuschauer. Alles ist zufällig und beliebig, nicht beschreibbar in den Kategorien von Schuld und Verantwortung. Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust erscheinen als ein Drama der Weltgeschichte wie viele davor und viele danach. Im deutschen – und europäischen – Erinnerungskontext ist das ein grosser Schritt rückwärts. Daher bleibt zu hoffen, dass Littells überladener Roman keine Bedeutung für die kollektive Erinnerung an den Nationalsozialismus und den Holocaust erlangt.

Littells „Einschüchterungsprosa“

Sind das jetzt die weniger bedeutenden Kritiker, die da einen Tag vor Erscheinen von Jonathan Litttells Roman „Die Wohlgesinnten“ aus den Löchern kriechen – oder hat sich die erste Begeisterung für das Werk erschöpft und in Minne aufgelöst?
Eigentlich ist es vollkommen gleichgültig, doch es freut mich, dass auch Burkhard Scherer die Frage stellt, warum die Kritiken ein so bedeutungsschwangeres Raunen auslösen und zum Schluss kommt:

„Zwei Vermutungen drängen sich dazu auf: Texte mit vielen Leichen produzieren offensichtlich reflexhaft einen pietätvollen Umgang, als sei Kritik Störung der Totenruhe, und zweitens ist da der Aspekt der Einschüchterungsprosa, sensible Hochbildungspartikel hier und da, man könnte ja an einem vorbeigestolpert sein und damit die Zentralpointe verschlafen haben. Kristallisiert findet sich das zum Beispiel in einer der Frühstartrezensionen aus dem Bereich des deutschsprachigen Qualitätsfeuilletons: ‘Man traut sich nach einer ersten Lektüre nicht mit Sicherheit zu sagen, ob alles zuletzt nicht doch tiefer zusammenhängt.’ Nach einer zweiten Lektüre traut sich dieser Berichterstatter, mit Sicherheit – und mit Robert Gernhardt – zu sagen: ‘Mein Gott, ist das beziehungsreich! Ich glaub’, ich übergeb’ mich gleich.’“

Nur ein mittelmässiges Werk

Ich bin beinah versucht, Iris Radisch dankbar zu sein, weil sie schreibt

Jonathan Littells Buch »Die Wohlgesinnten« will uns erklären, warum die Mörder mordeten, aber versinkt in widerwärtigem Kitsch

Den Grund für die Lobhudelei um Littell, ortet Radisch darin, dass der Romanautor versucht zu beschreiben, wie sich „Täterschaft von innen anfühlt“

Der detaillierte Bericht des nach Frankreich geflohenen SS-Mannes Dr. Max Aue über seine Jahrzehnte zurückliegenden Kriegserlebnisse füllt eine publizistische Lücke, die merkwürdigerweise noch niemandem aufgefallen war.
Diese Kühnheit hält die literarische Welt in Atem. Das Selbstporträt eines Mörders zu zeichnen, seine Kaltblütigkeit, seinen Amoralismus und seine Verwirrung in literarischer Stellvertreterschaft anzunehmen, ist ein Projekt von dostojewskijschem Format. Um es gleich zu sagen: Die ungewöhnliche Perspektive dieses ambitionierten Romans ist nicht das Problem. Sie ist im Gegenteil seine eminente Chance, dem Landser-Kitsch, dem Doku-Thriller und dem Edelporno zu entkommen, in die das Buch an vielen Stellen abzusinken droht.

Und schlussfolgert

Bleibt die allerletzte Frage: Warum sollen wir dieses Buch eines schlecht schreibenden, von sexuellen Perversionen gebeutelten, einer elitären Rasseideologie und einem antiken Schicksalsglauben ergebenen gebildeten Idioten um Himmels willen dennoch lesen? Ich muss gestehen: Pardon, chers amis français, aber auf diese Frage habe ich keine Antwort gefunden.

Mehr hier

„Nein“, denkt der Leser

Alles, wirklich alles in FAZ und FAS dreht sich um „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell.

Was ist das für ein Buch? Ein schreckliches Buch, ein Horrorbuch, grauenhaft, kitschig, brutal, pervers und obszön! Ein Buch über den Holocaust aus der Sicht eines Täters. Der SS-Obersturmbannführer Dr. iur. Maximilian Aue, schwul, Platonleser, leidenschaftlicher Verehrer von klassischer Bildung und Klaviermusik, in inzestuöser Radikalliebe seiner Zwillingsschwester verfallen, begleitet als beobachtender Täter die deutschen Truppen nach Osten und wieder zurück. Er ist bei den ersten Massenerschießungen in der Ukraine und im Kaukasus dabei, er ist eingeschlossen im Kessel von Stalingrad, er ist im Paris der Kollaborateure, immer wieder in Berlin, in den Lagern und Gaskammern von Auschwitz und am Ende in rasender Flucht auf dem Weg zurück nach Berlin, schließlich beim letzten Konzert der Philharmoniker in der Staatsoper, im Führerbunker, am Ende ganz allein am Zoo inmitten einer untergehenden Welt.

Hm, ich glaube, ich lese nur die Rezensionen – mehr nicht ;-)

„Die Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt“

Unter dem Titel „Protokoll eines langsamen Todes“ bespricht Hanno Loewy die erstmals auf Deutsch erschienene „Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt“. Eine Chronik, die zum Teil so trocken ist, dass es einem eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Auch wenn einem das „Niemehr“ in den Ohr hallt; man vermag an letzteres heute kaum mehr zu glauben.

„Dreieinhalb Jahre verfassten sie täglich eine Chronik, die mit dem Wetterbericht begann. Es folgten Nachrichten aus dem Alltag der Stadt, vom Kulturleben bis zum Polizeibericht, von Meldungen über Streiks und Demonstrationen bis zur Gerichtsreportage, von Verlautbarungen der Behörden zu den Berichten aus der Wirtschaft und Produktion, Bevölkerungsdaten, Krankheiten, ja und im trockenen Ton der Statistik: die Sterbemeldungen. Darum ging es den wahren Herren dieser Stadt: ums Sterben. Möglichst geräuscharm, nichts sollte den Betrieb stören.“

„Angst. Antisemitismus in Polen“

Dass diese Buchbesprechung ausgerechnet heute publiziert wird, kommt nicht von Ungefähr. Heute ist Holocaust-Gedenktag. Mit seinem Buch deckt Jan T. Gross einen der grössten Skandale Polens nach dem Krieg auf. In Polen wurden nach Kriegsende 1500 Juden getötet.

„Der Täter erzählt ungerührt, als habe er ein Stück Vieh zerlegt. »Ich habe einen Juden drei Mal mit dem Stein auf die Brust, das rechte Bein und den Kopf getroffen, dann ging ich weg. Ich möchte betonen, dass das Blut von dem Juden auf meine Kleidung spritzte. Als ich mir die Hose gesäubert hatte, sah ich, dass sie einen anderen Juden an den Beinen und Händen rausschleppten wie ein Kalb. (…) Sie schlugen den Juden erst mit Stöcken, dann mit Eisenrohren. Am Anfang rührte sich der Jude etwas und schrie, aber sie schlugen ihn auf den Mund, und er hörte auf zu schreien. Der erste Jude, den ich getötet habe, schrie bei mir nicht.« An diesem Tag starben 36 Juden in der südöstlichen polnischen Stadt Kielce. Das Grauen ereignete sich in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, man schrieb den 4. Juli 1946. Die Juden wurden nicht von Deutschen gelyncht. Sie starben durch die Hand von Polen.
Die Passage stammt aus Polens neuem Beststeller, dem Buch »Angst« (»Angst. Antisemitismus in Polen nach dem Krieg. Geschichte eines moralischen Niedergangs«, Krakau 2008) des polnischen Historikers und Soziologen Jan Tomasz Gross, der seit den sechziger Jahren in den USA lebt und dort in Princeton Geschichte doziert. Die ersten 25000 Exemplare waren binnen einer Woche verkauft. Und die Reaktionen auf das Buch stehen dem Verkaufserfolg in nichts nach. Als »Polen- und Judenhasser« hat man den 61-Jährigen bezeichnet, als Nestbeschmutzer diffamiert. Denn mit den Anschuldigungen, die Gross gegen die Polen erhebt, trifft er ihren empfindlichsten Punkt: Er rüttelt an dem über Jahrhunderte gepflegten Opfermythos, er zerstört das Bild von den Polen als edlen Widerstandskämpfern. Und er nimmt die polnische Gesellschaft kollektiv in die Verantwortung für das, was mit den polnischen Juden nach dem 8. Mai 1945 geschah. Die antisemitischen Exzesse seien keine Erscheinung am Rande der polnischen Gesellschaft gewesen, behauptet Gross. Sie fanden offen statt.“


Quelle und mehr