Die Meister der Enteignung

In einer Antwort auf Hubert Burdas Forderungen nach Teilhabe an den Google-Profiten und seiner Klage, er werde durch das Internet enteignet, spricht Kai Schächtele aus, was andere kaum zu denken wagen:

„Man kann es nicht anders als bigott nennen, wie Verlagsverantwortliche derzeit Politik in eigener Sache machen: Sie beschweren sich über die vermeintliche Enteignung durch Google, zwingen ihren Autoren aber gleichzeitig Total-Buy-out-Verträge auf, mit denen sie sich sämtliche Rechte an deren Stücken sichern. Diese Knebelverträge machen es möglich, eingekaufte Texte beliebig oft zu benutzen und weiterzuverkaufen, ohne dass die Autoren davon profitieren.“

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Google führt zu Gedächtnisverlust

Die permanente Allverfügbarkeit der Information auf Google könnte zu Gedächtnisverlust führen, meint der Journalismusprofessor Michael Harvey im Economist: „I teach undergraduates, and I am prepared to bet that many other teachers have found themselves wondering whether they are seeing this force at work. The average student… seems not to value general knowledge. If asked a factual question, they will usually click on a search engine without a second thought. Actually knowing the fact, committing it to memory, does not seem to be a consideration.“

Googles Entschuldigung für Hackenkreuz

Auf einer normalen Qwertz- oder Qwerty-Tastatur, soviel ist sicher, findet man kein Hakenkreuz. Wie also konnten Tausende von Menschen eine Google-Suche nach dem Symbol starten? Am gestrigen Donnerstagmorgen stand auf Platz eins der „Hot Trends-“Liste von Google kein Wort sondern ein Hakenkreuz. Vermutlich deshalb, weil in einem Internet-Forum der HTML-Code für das Zeichen veröffentlicht worden war.

Google verrät nicht, wie die “ Hot Trends“ genau zusammengestellt werden – sicher ist, dass die Liste nicht die meistgesuchten Begriffe enthält (sonst müsste, schließlich geht es hier ums Internet, immer „Sex“ ganz oben stehen). In „mehreren Annäherungen“ so steht es auf der Seite, werden Begriffe herausgefiltert, die in jüngster Zeit besonders häufig als Suchwort benutzt worden sind. Dabei kommen oft sehr seltsame und für den Außenstehenden unverständliche Trendbegriffe heraus. Am Freitagmorgen beispielsweise gab es offenbar verbreitetes Interesse für das Suchwort „pilobolus“ – das Interesse galt somit entweder einer nordamerikanischen Tanztruppe oder einem Pilz, der auf Tierdung wächst.

Google & Yahoo = GoYah?

In gewissen Kreisen – vorwiegend Analysten und TechBlogger – herrscht blankes Entsetzen über die angekündigte Kooperation zwischen Yahoo und Google. Der Deal gefährdet den Wettbewerb im Netz und zerstört den Börsenwert von Yahoo noch ganz. US-Politiker drohen mit Regulierungsverfahren. Und so hofft die Netzwelt auf Microsoft – als Retter.