Farc-Kontakte – was weiß Micheline Calmy-Rey?

Es darf angenommen werden, dass die schweigende, sich vor den Medien versteckende Micheline Calmy-Rey den Kontakten ihres Unterhändlers Contard zur Farc nicht ahnungslos gegenüber steht. Wäre dem nicht so, hätte sie die günstige Gelegenheit längst beim Schopf gepackt und hätte vor den Mikrophonen ihrem Volk erklärt „es ist schwierig….“
Wir wollen Sie nicht weiter auf die Folter spannen. Hier gehts es zum pdf-Download der Auszüge aus Reyes Mail-Verkehr und hier zum neusten Artikel von Alex Baur. Wenn Sie das pdf lesen, werden sie feststellen, dass es in den Dokumenten nicht nur um die freundschaftlichen Verbindungen zwischen Gontard und den Farc-Spitzen geht; Contard scheint für die Farc viel mehr gewesen zu sein, als ein neutraler Mediator.

20min schwelgt in ollen Kamellen

Bei 20min herrscht trotz Armeechef Nef Saure-Gurken-Zeit. Auf Weltwoche-Online finden Sie das Dossier „Kolumbien“ in deutscher, französischer und englischer Sprache, mit sorgfältig recherchierten Artikeln. Da kann man unter anderem lesen (Ausgabe 27)

Geheimdokumente zeigen: Das Schweizer Aussendepartement EDA unterstützte die politischen Manöver der kolumbianischen Terrororganisation Farc. Micheline Calmy-Reys Emissär machte mit den Entführern gemeinsame Sache. Das EDA toleriert sogar eine Farc-Filiale in der Schweiz.

Und in der NZZ vom 10. Juli kann man nachlesen

Jean-Pierre Gontard wird als Komplize der Farc-Rebellen dargestellt. Er habe mit ihnen sympathisiert, Geld für sie transportiert und auf ihre öffentliche Anerkennung hingearbeitet. Die Anschuldigungen basieren vor allem auf E-Mails, die im März auf den Computern getöteter Rebellen gefunden wurden und deren Echtheit in einem über 100-seitigen Interpol-Bericht bestätigt wurde.

Da mutet es doch schon fast witzig an, wenn 20min heute berichtet

Der Schweizer Unterhändler Jean-Pierre Gontard soll der kolumbianischen FARC-Guerilla als Geldbote gedient haben. E-Mails aus dem Computer eines getöteten FARC-Kommandanten stützen diesen Verdacht.

Neu an der 20min Meldung ist leldiglich, dass die Weltwoche in ihrer neuesten Ausgabe, die morgen erscheint, Auszüge aus den E-Mails aus dem Laptop von Raúl Reyes übersetzt und druckt um die Behauptungen des EDA, Gontard habe nie Lösegeld überbracht ins Reich der Phantasie zu befördern

Das EDA betonte am Dienstag, dass der Schweizer Vermittler «nie Lösegeld überbracht habe». Die «Weltwoche» veröffentlicht in ihrer Ausgabe vom Donnerstag jedoch Auszüge aus den E-Mails von Reyes, wie einem Vorabdruck zu entnehmen ist. Sie lassen darauf schliessen, dass Jean-Pierre Gontard im Herbst 2001 tatsächlich in die Übergabe von 480 000 Dollar an die FARC verwickelt war. Demnach soll der Schweizer das Geld kurz vor Weihnachten einem Vertreter der Guerilla in Panama oder Costa Rica übergeben haben.

Wofür das Geld bestimmt war, ist offen. Von Novartis wird es kaum stammen, denn deren Angestellte waren zum Zeitpunkt der Geldübergabe bereits frei.
Micheline Calmy-Reys Schweigen in Sachen Contard spricht allerdings Bände. Es darf vermutet werden, dass das Geld aus dem Schweizer Entwicklungshilfekässeli stammt und der armen Farc übergeben wurde, um deren Kampf zu unterstützen…

Kolumbiens Strafuntersuchung gegen Contard

Gontard wird von den kolumbianischen Behörden verdächtigt, im Rahmen einer Geiselbefreiung der Farc-Guerilla rund 500′000 Dollar Lösegeld übergeben zu haben. Gontard solle zu seinen Kontakten zur Farc vernommen werden, kündigte Iguarán, der Generalstaatsanwalt, gegenüber dem kolumbianischen Radiosender «La W» an. Er behauptet, es gebe Elemente, die darauf hinwiesen, dass Contard Urheber eines Deliktes sein könnte.
Iguarán stütze seinen Entscheid, nach seinen eigenen Worten, auf Aussagen des kolumbianischen Verteidigungsministers Juan Manuel Santos. Dieser hatte verlauten lassen, Dokumente, die auf dem Computer des in Ecuador getöteten Farc-Kommandanten Raúl Reyes gefunden wurden, deuteten darauf hin, dass Gontard der marxistischen Guerilla Geld übergeben habe.
Contard ist sofort zurück in die Schweiz gereist, als diese Vorwürfe laut geworden sind. Er hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert.
Die Chefbeamten von Calmy-Reys Departement bestreiten Contards Rolle als Geldbote. Und Novartis, welche Contard die 500.000 USDollar übergeben haben soll, um die beiden Geiseln auszulösen, bestreitet jede Lösegeldzahlung.
Es ist unwahrscheinlich, dass Contard den Farc-Terroristen das Geld selbst übergeben hat. Er hat es höchstens an einen „Zwischenhändler“ weiter gereicht, der es dann der Farc übergeben hat.

Veröffentlicht in Schweiz. Schlagworte: , , , . Kommentar schreiben »

Novartis dementiert Lösegeldzahlung an Farc

Die Rolle des Schweizers Jean-Pierre Gontard in Kolumbien ist den Schweizer Medien ein Rätsel. Man würde ihn gern weiß waschen. Und mit ihm auch Calmy-Rey, die zur Farc-Affäre und der nicht gerade lupenreinen Rolle, die sie dabei spielte, schweigt. Dafür hat der Pharmakonzern Novartis Berichte aus Bogotá zurückgewiesen, wonach Gontard der Farc im Jahr 2001 Lösegeld überbrachte. Diplomatisch erklärt Novartis in eine Communiqué, der Schweizer Emissär Contard habe aber – zusammen mit dem mexikanischen Botschafter – zur Freilassung der Geiseln beigetragen. „«Eine öffentliche Diskussion über unseren Umgang mit solchen Situationen könnte die laufenden Bemühungen von Novartis gefährden, die Sicherheit unserer Mitarbeitenden in aller Welt zu gewährleisten». Obwohl die Beweislast erdrückend ist, wird Novartis unter keinen Umständen zugeben, Contard Lösegeld für die Farc übergeben zu haben. „Rebellen“ gibt es auch in anderen Ländern…

Calmy-Rey will Skandal Gondart aussitzen

Micheline Calmy-Rey, die Schweizer Außenministerin, die sich normalerweise keine Gelegenheit zu einem Medienauftritt entgehen lässt, schweigt zu den Vorwürfen aus Kolumbien und verkriecht sich vor den Medien. Wer bei Verstand ist, bezweifelt nicht, dass Calmy-Rey, ihre Departements-Beamten und der Emissär Contard mit den Farc-Terroristen sympathisieren. Die Falschmeldung über über die „gekaufte Befreiung“ kam aus dem Umfeld Calmy-Rey – Contard. Letzterer hat, gemäss Emailverkehr, die Farc mit 500.000 US-Dollars unterstützt – und sicherlich nicht aus der eigenen Tasche. Steuergelder verschleudern gehört scheinbar zu den Beschäftigungen der Schweizer Außenministerin, die ihr liegen.

Veröffentlicht in Schweiz. Schlagworte: , , , . Kommentar schreiben »

Kolumbien, Micheline Calmy-Rey und die Medien

Das von Geheimnissen umwitterte Departement Calmy-Reys hat scheinbar die Angewohnheit, Geheimdokumente herumliegen zu lassen. Diese sind im Fall Betancourt – Calmy-Rey – Gontard, Alex Baur in die Hände geraten. Er hat zu recherchieren angefangen und aufgedeckt, dass das Schweizer Aussendepartement EDA (unter „Führung“ von Micheline Calmy-Rey) die politischen Manöver der kolumbianischen Terrororganisation Farc nicht nur toleriert, sondern unterstützt. Micheline Calmy-Reys Emissär Jean-Pierre Gontard machte mit den Entführern gemeinsame Sache. Und das EDA und mit ihm aller Wahrscheinlichkeit nach der Gesamtbundesrat, eine Farc-Filiale in der Schweiz toleriert.
Am selben Tag, an dem der Artikel von Alex Baur erschienen ist, wurde Ingrid Betancourt von Geheimdiensten und Polizei aus der Geiselhaft befreit.
Am Tag danach beweihräucherten die Schweizer Medien das EDA. Micheline Calmy-Rey konnte nicht genug betonen, wie sehr sie sich für die Befreiung Betancourts angestrengt habe – und dankte sich selber.
Kein Wort darüber, dass Kolumbien die Schweiz bereits Tage zuvor mit dem Vorwurf konfrontierte, Calmy-Rey und Gontard pflegten einen, gelinde gesagt, etwas zu intensiven Kontakt mit den Rebellen der Farc. Im Laptop des stellvertretenden Farc-Präsidenten Raul Reyes waren Dokumente gefunden worden, die Gontards Parteinahme für die Farc entlarvten. Die Dokumente wurden an die Schweiz weitergeleitet. Bogota erwarte von der Schweiz nicht nur eine Erklärung, sondern Konsequenzen, erklärte Kolumbiens Botschafterin in der Schweiz, Claudia Jimenez. Bogota will keine „guten Dienste“ mehr von den Schweizer Vermittlern.
Dass die Medien darüber berichten, liegt an der Botschafterin Kolumbiens. Wäre sie nicht vor die Medien getreten, würde Calmy-Rey von den Schweizer Medien immer noch zur Befreiungsheldin erhoben. Die Schweizer Medien verbreiten nicht mehr als die entsprechende sda-Meldung.
Calmy-Rey will sich zu den Vorwürfen scheinbar nicht äußern; sie blieb für die Medien unerreichbar. Und die entsprechenden Stellen im EDA scheinen alles ausgeflogen zu sein: Niemand soll erreichbar sein.

Veröffentlicht in Schweiz. Schlagworte: , , , , , . 1 Kommentar »

Interview mit einem Farc-Führer

David Beriain hat die Farc im Dschungel Kolumbiens besucht, einen Farc-Führer interviewt und eine Video-Reportage mitgebracht.