Eroberung durch Einwanderung – dritte Phase des islamischen Kampfes

Bernard Lewis beschreibt den Konflikt des Westens mit der muslimischen Welt. Er legt seinem Essay tausend Jahre Kampf zugrunde und kommt zum Schluss, dass an die Stelle kriegerischen Auseinandersetzungen die Einwanderung getreten ist.

Darüber hinaus gibt es unter Muslimen Anzeichen für eine Rückkehr zu dem, was sie als kosmischen Kampf zweier Religionen um die Weltherrschaft begreifen: die Auseinandersetzung zwischen dem Christentum und dem Islam. Es gibt viele Religionen auf der Welt, aber es gibt nur zwei, die für sich in Anspruch nehmen, dass ihre Wahrheiten nicht nur universal seien – das behaupten alle Religionen –, sondern auch exklusiv; dass sie – die Christen im einen Fall, die Muslime im anderen – die glücklichen Empfänger von Gottes finaler Botschaft an die Menschheit seien, einer Botschaft, die sie nicht – wie die Juden oder die Hindus – selbstsüchtig für sich zu behalten, sondern ohne Rücksicht auf jedwedes Hindernis dem Rest der Menschheit zu überbringen hätten. Dieses der Christenheit und dem Islam gemeinsame Selbstverständnis führte zu jenem langen Kampf, der seit mehr als vierzehn Jahrhunderten währt und nun in eine neue Phase eintritt. In der christlichen Welt ist diese triumphalistische Haltung im 21. Jahrhundert ihrer Zeitrechnung nicht mehr maßgeblich und auf einige wenige Minderheiten beschränkt. In der Welt des Islam hingegen ist der Triumphalismus nach wie vor eine bedeutende Kraft, die in neuen militanten Bewegungen ihren Ausdruck findet.

Quelle

Verbot für ein ‘Kinderbuch’

Ein atheistisches Kinderbuch erregt die Gemüter im Deutschen Bundesfamilienministerium. Es trägt den Titel “Wo bitte gehts zu Gott? fragte das kleine Ferkel” und stammt von Helge Nyncke und Michael Schmidt-Salomon. Es soll auf den Index. Grund: Die Weltreligionen werden darin verunglimpft, besonders das Judentum.
Doch ist es wirklich ein Kinderbuch?, ist es nicht eher ein Buch für atheistische Eltern, die ihrem Kind mit diesem Buch ihren eigenen, mit Verlaub, Glauben einbläuen wollen?
“Wo bitte gehts zu Gott?”

Das Judentum, so das Ministerium, „werde als besonders Angst einflößend und grausam dargestellt“. Das stimmt, leider. Nicht nur werden bei der Darstellung des Judentums elementare Fehler gemacht, etwa indem die Synagoge vom Rabbi als „Tempel“ bezeichnet und behauptet wird, nur Juden dürften sie betreten. Einzig der Rabbi darf die schlichte Wahrheit aussprechen: „Gott, der Allmächtige, ist nicht nett!“ Eine Wahrheit, die er mit der Sintflut belegt.
Die Christen werden lächerlich gemacht, weil sie Plätzchen essen, die aus Menschenfleisch gemacht sind; die Muslime, weil sie sich so oft waschen; aber die Massenvernichtung der Ungläubigen ist in der Tat dem Juden vorbehalten. Hier wird wieder einmal deutlich: Wer sich von der Religion frei wähnt, ist oft Opfer ihrer dümmsten Vorurteile. Sicher hätten jüdische Atheisten die Sache ganz anders – weit weniger harmlos – dargestellt.

Das Buch, das ein Kinderbuch sein soll, ist derart grottenschlecht, dass es die Werbung, die ihm das Bundesministerium durch das Indexieren verschafft, nicht verdient. Schweigen wäre in diesem Fall weiser gewesen.
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