Dem Armeechef haut’s den Nuggi raus

Heute Nachmittag hat sich Nef den Medien gestellt und offen gesagt, was er zu sagen hat. Nicht so sein Vorgesetzter Bundesrat Samuel Schmid, der sich immer noch verkriecht.

Vor den Medien bestätigte Armeechef Roland Nef die Meldung, wonach er Geld an seine Ex-Freundin bezahlt hatte. Es stimme, sagte Nef, dass er seiner Ex-Freundin eine «Wiedergutmachungszahlung» geleistet habe. Er hielt aber fest: «Ich bin weder vorbestraft noch wird gegen mich ermittelt.» Über die Höhe der Wiedergutmachung schwieg Nef.
Die Gründe der Anzeige von Seiten seiner Ex-Freundin seien Privatsache. Sie liege im Privatbereich zweier erwachsener Menschen, die eine intensive Liebesphase durchlebt hätten, betonte der Armeechef. Nef gab jedoch zu, dass ihm die Trennung «schwer gefallen» ist. Er sagte: «Ich habe nicht immer besonnen gehandelt.»
Er habe sich mit seiner ehemaligen Lebenspartnerin aber versöhnen können. «Wir haben uns die Hände zur Versöhnung gereicht», sagte Nef wörtlich. Seine ehemalige Partnerin und er «möchten die Sache jetzt ruhen lassen».
Es sei ihm bewusst, dass er als Armeechef eine Person des öffentlichen Interesses sei. Er wolle sich diesen höheren Anforderungen auch stellen. Seine Aufgabe als Armeechef wolle er weiter mit Herzblut, Engagement und Verantwortungsbewusstsein führen, solange er das Vertrauen des Gesamtbundesrats habe.

Und er geht gegen das Lieblingsblatt der Schweizer Parlamentarier vor, den von linken Parteipolitikern allseits geschätzten Blick. Das macht ihn schon fast zum Helden.

Armeechef Nef verklagt die Medien wegen Rufmord

Das ist verständlich; der Blick hat sich an ihm festgebissen und 20min ebenfalls. Doch die Klage wird kaum gegen den Blick oder den TA-Media-Verlag eingereicht. Man ist als öffentliche Person schließlich auf positive Berichterstattung angewiesen. Der Blick hat schon oft unter Beweis gestellt, dass er im Parlament mehr Einfluss hat, als der Rest der Medien. Zuletzt mit seinem Anti-Blocher- und Anti-SVP-Kurs.
Einen positiven Effekt aber hat die Medienhatz: Roland Nef tut, was er bereits am Sonntag hätte tun sollen, er will sich heute Nachmittag den Medien stellen. Ganz im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten, Bundesrat Samuel Schmid, dem es anscheinend bereits am Sonntag die Sprache verschlagen hat; er schickt lediglich Adlaten für die Medienarbeit vor mit wechselnden Botschaften und bruchstückhaften Informationen. Scheint mir feige zu sein, der Samuel Schmid, der aus der SVP ausgetreten ist, wegen fehlendem Respekt, wie er sagt, und fehlendem Anstand. – Huch, ausgerechnet Schmid…

Blick haut den Sack und meint den Esel

Roland Nef, der Chef der Schweizerarmee, muss weg, meint der Blick – pardon, lässt der Blick seine Leser meinen. Die Blick-Redakteure gehörten noch nie zu den schlausten und das zeigt sich heute einmal mehr ganz deutlich. Roland Nef, der damals noch Brigadier war, hat Bundesrat Samuel Schmid über die Strafanzeige seiner Freundin informiert. Es ist nicht Nefs Schuld, dass es Schmid zu mühsam war, seine Bundesratskollegen darüber zu informieren. Yep, ich weiß, ich weiß, der Blick sieht die Schuld vereint mit der NZZ nicht bei Schmid, sondern bei Christoph Blocher, der den armen Soldaten Schmid derart in Angst und Schrecken versetzt haben muss, dass Schmid die Worte im Halse stecken blieben. Oder so.
Nicht Roland Nef muss zurücktreten; der Versager Bundesrat Schmid muss den Hut nehmen und die Schweiz von sich befreien.

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„Geschundene“ Doris Leuthard als TopThema

Nachdem der Blick den Berner Professor, Klaus Petrus, der sich für die Animal Liberation Front stark und gegen die Haltung von Haustieren Front macht, tagelang zum Top-Thema gemacht hat, müht der SonntagsBlick sich damit ab, das Entsetzen seiner Leser auf den Plan zu rufen, weil Bundesrätin Doris Leuthard in St. Petersburg die Schuhe ausziehen musste und sich einer Leibesvisitation hat unterziehen müssen.
Für den SonntagsBlick sind BundesrätInnen, sofern sie Mitglieder der richtigen Partei, also der SP oder der CVP, sind Übermenschen, die auf gar keinen Fall mit den Unbillen, die mit bundesrätlicher Hilfe heraufbeschworen und allen Flugpassagieren zugemutet werden, in Berührung kommen dürfen. Darum macht es den Redakteur des SonntagsBlicks überglücklich, dass er

am Samstagabend aus Diplomatiekreisen erfuhr, will die Schweiz jetzt auf höchster Ebene intervenieren.