Schafft die Menschheit ab!

Der Mensch beeinflusst das Klima schon seit mehreren tausend Jahren und lange vor der Industriellen Revolution. Das behaupten US-amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Quaternary Science Reviews“. Ihre Überlegungen stellen die früher weit verbreitete Praxis der Brandrodung in den Mittelpunkt, durch die der Mensch besonders extensive Formen der Landwirtschaft betrieb. Hinweise für deren Einfluss auf das Klima glauben die Forscher in Sedimenten der Ozeane und in Eisschichten gefunden zu haben. Das stellt bisherige Klimamodelle in Frage, die Proportionen der heutigen Bodennutzung auch für die Vergangenheit übernehmen und bloß um den Faktor der Bevölkerungszahl ändern.
Heute benötigt die Landwirtschaft laut Berechnungen der Forscher 90 Prozent weniger Anbaufläche als in der frühen Menschheitsgeschichte, um denselben Ertrag zu erzielen. „Unsere Urahnen benötigten weit mehr Land für den Ackerbau, da sie wenig Anlass dafür hatten, die Erträge zu steigern. Es gab genügend Wald, den man verbrennen und somit wieder zu Ackerland umwandeln konnte. Diese Strategie dürfte sich ebenfalls auf das Klima ausgewirkt haben“, erklärt Studienautor William Ruddiman von der University of Virginia. Das durch Brände gewonnene, fruchtbare Land wurde bestellt, bis die Erträge zu sinken begannen und das nächste Feld gerodet wurde. Erst mit Anwachsen der Bevölkerung wurden intensivere Formen des Landbaus nötig.
Heute führe die intensive und hocheffiziente Landwirtschaft dazu, dass jährlich immer kleinere Anbauflächen pro Person benötigt werden. Als Folge breiten sich in vielen Regionen die Wälder wieder aus, unter anderem in Europa, Kanada, Russland, im Nordosten der USA und in Teilen von China. „Die positiven Umwelteffekte dieser aktuellen Wiederbewaldung wurden jedoch wieder ausgemerzt. Schuld daran ist das großflächige Verbrennen fossiler Brennstoffe, das seit Beginn der Industriellen Revolution vor 150 Jahren im Gang ist. Die Menschen bringen somit weiterhin Kohlendioxid in großem Ausmaß in die Atmosphäre und leisten damit ihren Beitrag für den Erwärmungseffekt“, so Ruddiman.
Brandrodung wird auch heute noch in einigen Waldregionen wie etwa Indonesien praktiziert. Die hier ansässigen Brandrodungsfeldbauern werden bei den Waldbränden auf dem Inselstaat, die die größten und gefährlichsten der Welt darstellen, immer wieder als Klima-Sündenböcke dargestellt. Zu Unrecht, betont die Kölner Ethnologin Michaela Haug. „Es ist längst nachgewiesen, dass die meisten großen Brände Indonesiens auf eine rücksichtslose Ausbeutung der Wälder und auf einen nicht-ökologischen und unsozialen Ausbau von Palmölplantagen zurückzuführen sind. Die erst dabei entstehenden verheerenden Waldbrände stellen tatsächlich eine große Gefahr für das weltweite Klima dar.“
Der traditionelle Brandrodungsfeldbau der indonesischen Bauern sei in der Regel weit eher nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtet. „Für die Nachhaltigkeit von Brandrodungsfeldbau entscheidet unter anderem die Bevölkerungsdichte und die Länge der Brache-Zeiten“, so Haug. Seien die Bedingungen entsprechend, können Brandrodungsfeldbau-Systeme auch sehr nachhaltig und flexibel gegenüber veränderten Umweltbedingungen sein.
Quelle pta

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Für eine liberale Umweltpolitik

wirbt in einem Interview Steffen Hentrich, Referent für Grundsatzfragen am Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Lesen Sie es – und bilden Sie sich endlich eine eigene Meinung! Dieses ewig gestrige Schnittlauch-Nachplappern nervt.

Kamelfleisch statt Rind für die Umwelt

Kamelfleisch als umweltfreundliche Alternative zum Rindfleisch. Ein Fast-Food-Restaurant in der saudi arabischen Hauptstadt Riad präsentierte den ersten Burger, für den das Fleisch junger Kamele verwendet wird. „Es ging darum, etwas Neues zu erfinden. Saudis lieben Kamelfleisch“, so Saleh Quwaisi, Besitzer des Restaurants Local Hashi Meals. Die ersten Reaktionen der Kunden verliefen einhellig positiv und auch Experten schätzen den Markt für das neue Produkt als sehr groß ein. „Saudis sind sehr offen für neue Menükombinationen und schätzen die Qualität lokaler Fleischspezialitäten“, so Walid Sanchez, Direktor der saudischen Dining-Plattform sufrati.
Neben Saudi-Arabien hat bisher auch Australien begonnen, Kamele in Hamburger zu verpacken. Darüber hinaus ist die Verarbeitung zu Würsten oder als Grillfleisch im Kommen. „Kamel schmeckt ähnlich wie Rind, ist jedoch mit bloß 1,9 Gramm Fett pro 100 Gramm extrem mager und hat zudem weniger Cholesterin“, erklärt der australische Wüstenforscher Murray McGregor. Doch das ist nur ein Nebeneffekt; der wahre Grund, Kamelfleisch anzubieten, liegt für die Australier in der Tatsache: „Kamele sind die neue Hasenplage Australiens. Sie fressen die Vegetation kahl und nehmen somit anderen, einheimischen Tieren die Nahrungsgrundlage, trampeln über heilige Orte der Aborigines und verschmutzen Wasserlöcher in der Wüste“. Wurden Kamele in früheren Zeiten für den Wüstentransport importiert, geriet ihre Vermehrung mit der Zeit außer Kontrolle. „Etwa eine Million wilde Kamele leben derzeit in Australien, vor allem in sehr entlegenen Gebieten“, betont der Kamelexperte. Der hohe Aufwand für die Jagd der Tiere stelle das einzige Problem für die Kamelfleisch-Gewinnung in Australien dar.

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Wissenschaften ersetzen Aberglaube

Das Dresdner Hygiene-Museum widmet dem brisanten Thema „Klimawandel“ eine Ausstellung. Noch vor etwas mehr als dreihundert Jahren, machte man Zauberer und Hexen, die mit dem Teufel im Bunde standen, für extreme Dürren, Kälte, Hitze, Schlammlawinen und Hochwasser verantwortlich. – Uns läuft ein Schauer über den Rücken, wenn wir die makabren Statistiken betrachten, die nachweisen, dass pro Jahr hundert bis fünfhundertfünfzig Frauen auf dem Scheiterhaufen landeten, weil sie Unwetter heraufbeschworen haben sollten, schreibt Ulli Kulke.

Das war stets in den Jahren der Fall, in denen der damalige Klimawandel den Menschen besonders hart zusetzte, Hungersnöte übers Land brachte. Es war die Ära der „Kleinen Eiszeit“, als die Sonne etwas weniger strahlte und dieses Wenige auch noch durch Staubwolken nach ungewöhnlich häufigen Vulkan-Explosionen weltweit gebremst wurde. Doch die Zusammenhänge waren damals unbekannt.

Tja, damals waren die Zauber und Hexen schuld – und heute ist es das CO2.

Zum ersten Mal in der Weltgeschichte wird der gesamten Menschheit durch Setzung von Wissenschaftlern und nicht durch gesellschaftliche Entwicklungen ein neues Maß aller Dinge vorgegeben: Kohlendioxid – die Hinterlassenschaft aller industriellen Prozesse. Es soll nach und nach verschwinden, es steht nun für die Erbsünde des technischen Fortschritts.

Damals wurde geglaubt – und heute glauben wir wieder. Sind wir heute besser dran als uns Vorfahren damals?

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