Steve McQueen „Hunger“

Im Interview erklärt der Filmemacher Steve McQueen, dass er keine Meinung zu Thatcher hat und warum es in seinem Spielfilmdebüt „Hunger“ über den Hungerstreik von IRA-Häftlingen Anfang der 80er-Jahre eine 22-minütige Gesprächsszene gibt: „Wenn Gewalt ins Extrem getrieben wird, dann wird auch Sprache ins Extrem getrieben. Die Häftlinge waren ausgesprochen eloquent, weil sie die Sprache voll ausschöpften, um ihre Realität erfassen zu können. Wenn sie mit dem Sprechen fertig sind, geschieht die Gewalt, und wenn die Gewalt an ihr Ende kommt, beginnt wieder das Sprechen. Das wird im Film evident.“

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Babak Jalalis „Frontier Blues“

Claudia Schwartz freut sich über den in Locarno gezeigten iranischen Film von Babak Jalali „Frontier Blues“. „Das lange Warten auf bessere Zeiten hat in Locarno schließlich ein Ende gefunden – ausgerechnet in der Welturaufführung von Babak Jalalis ‘Frontier Blues’, in dem drei Männer und ein Esel im nordiranischen Grenzland nahe Turkmenistan auf bessere Zeiten warten. Ein Film, welcher der harten Realität den Spiegel vorhält und ein radikal anderer Entwurf ist als die bis anhin gezeigten Innerlichkeitspanoramen dieses Wettbewerbs.“

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Quentin Tarantino im Interview

Tarantino ist davon überzeugt, dass künftig mehr Filme in internationaler Besetzung und in verschiedenen Sprachen gedreht werden:

Ja, wir werden das häufiger sehen. Nicht zuletzt bei Filmen über den Zweiten Weltkrieg, wo nun einmal viele Nationalitäten involviert waren. Nachdem ich das mit „Inglourious Basterds“ so hervorragend vorgemacht habe, kann man diese Filme eigentlich gar nicht mehr anders drehen! Es war immer schon peinlich, sämtliche Rollen in Weltkriegsfilmen mit englischsprachigen Schauspielern zu besetzen. Aber es nach diesem Film immer noch zu machen, wäre noch peinlicher! Würde Spielberg erst heute „Schindlers Liste“ machen, bliebe ihm kaum etwas anderes übrig, als diesen Film in Deutschland zu drehen.

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Die bedrohte Männlichkeit

Birgit Glombitza kommt zum Schluss, dass es in dem romantischen Märchen „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ von David Fincher mit Brad Pitt um die bedrohte Männlichkeit geht. „Die monolithische Männlichkeit von einst wird mit ihren gebrochenen Darstellungen in ‘Benjamin Button’ zu einem höchst instabilen Konstrukt. Zu einem Ausdruck einer unaufhörlichen Krise und zu einem Repräsentationsprozess mit offenem Ausgang. Ob er sich als Gentleman wie Gary Cooper in Schale wirft und seiner Jugendliebe in der Garderobe ein Blümchen überreicht oder lässig wie Steve McQueen sein Segelboot im Wind wendet. Über allem liegt eine schöne Vergeblichkeit.“

„Independent-Filmfestival“ zeigt großes Kino

Wenn Filme in Deutschland keinen Verleih finden, liegt es kaum an ihrer Qualität, sondern daran, dass eine grosse Anzahl mittelmäßiger, misslungener, geist-, humor- und spannungsloser Filme die von den amerikanischen Major-Verleihern beherrschten Kinospielpläne verstopfen, klagt Franz Stadler, Betreiber des Kinos Filmkunst 66 und

hat deswegen die Verleiher-Not zur Tugend und das notorische Kino-Sommerloch zur Fundgrube gemacht und für sein Haus einfach ein „Independent-Filmfestival“ kreiert: Auf einem „Festival der Filmentdeckungen“ sind insgesamt 42 Premieren aus 25 Ländern zu sehen – mit Starkino aus den USA, französischen Delikatessen, britischen Gaunerstücken, Previews aus Italien, Norwegen oder Israel und Voraufführungen deutscher Filme, die allesamt eins gemeinsam haben: Sie waren vorher nie regulär in einem deutschen Kino zu sehen.

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Francis Ford Coppola „Jugend ohne Jugend“

Peter Zander kann seine Enttäuschung über Francis Ford Coppolas neusten Film „Jugend ohne Jugend“, nach einer Vorlage von Mircea Eliade nicht verhehlen.

Coppola wollte sich damit noch mal völlig neu erfinden. Das ist ihm, leider, nicht gelungen. Nach dem US-Start im vergangenen Dezember hat der Film selbst eingefleischte Fans, gelinde gesagt, enttäuscht. Die Kinos blieben leer. In Deutschland wurde der Start verschämt hinausgezögert. Morgen kommt er nun doch ins Kino.

«Nim’s Island» – Interview mit Jodie Foster

Eigentlich spiele sie in jedem Film die gleiche Rolle, findet Jodie Foster, und zwar jene einer Frau, die sich ihren Ängsten stellen und zur Heldin werden muss.

«Vermutlich habe ich diesbezüglich einen Knall»

So what? – In ihrem neuem Film «Nim’s Island» meistert sie ihre Aufgabe heiterer denn je.

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„Bienvenue chez les Ch’tis“ – der Film

Gerhard Midding stellt den größten französischen Filmerfolg innerhalb Frankreichs vor – die Komödie „Bienvenue chez les Ch’tis“, die Frankreichs Norden auf den Arm nimmt.

Der Autobahnpolizist versteht die Welt nicht mehr. Immerhin hat er selten mit Verkehrssündern zu tun, die das Mindesttempo unterschreiten. Aber als er vom harten Schicksal des Mannes erfährt, den er angehalten hat, ist sein Mitgefühl groß: Er war bisher Leiter des Postamtes in Salon-de-Provence und ist nun in den Norden strafversetzt worden.

Seine Frau hat ihn mit Winterjacke, Pelzmütze und Schneestiefeln ausstaffiert, denn aus provençalischer Sicht beginnt der Polarkreis gleich hinter der Loire. „Bon courage!“ gibt der Polizist ihm mit auf den Weg; man weiß schließlich, wie rau die Sitten im Norden sind, wo die Einheimischen die Trostlosigkeit ihrer Existenz nur mit exzessiven Alkoholgenuss und schwer im Magen liegender Küche ertragen.

Die Abenteuer, die der verzagte Philippe Abrams (Kad Merad, der für „Keine Sorge, mir geht’s gut“ einen César erhielt) dort erlebt, haben jetzt schon mehr Zuschauer als jeder französische Film zuvor in die Kinos gelockt. Bereits bei seinem Vorstart in der Region Nord-Pas de Calais hat er Rekorde gebrochen: Ein Viertel der dortigen Bevölkerung strömte allein in den ersten zwei Wochen in „Bienvenue chez les Ch’tis“, in dem ein Sohn der Region nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern den er auch geschrieben und inszeniert hat: der Komiker Dany Boon, Kinozuschauern hier zu Lande als Partner Daniel Auteuils in „Mein bester Freund“ vertraut.

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Anthony Minghella ist tot

Der englische Oscar-Preisträger und Regisseur Anthony Minghella ist tot. Er sei im Alter von 54 Jahren gestorben, teilte sein Agent am Dienstag mit. Minghella hatte 1997 für das Filmdrama „Der Englische Patient“ den Oscar als bester Regisseur bekommen.An dem Film „Der Vorleser“, der derzeit noch im Dreh ist, war er als einer der Produzenten beteiligt. Für den Film „Der talentierte Mr. Ripley“ schrieb er das Drehbuch und führte Regie.

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Film „I’m not there“

Michael Pilz bespricht unter dem Titel „So oft haben wir Bob Dylan nie gesehen“ Todd Haynes’ Dylan-Film „I’m Not There“.

„I’m Not There“ ist alles andere als ein herkömmliches und stringent montiertes Biopic wie „Walk The Line“ oder „Control“. Man lernt hier keinen Menschen in der Hülle eines Popstars kennen. Sondern die multiple Kunstfigur, in die einen die Popkultur verwandelt. Dylan hat selbst emsig dazu beigetragen. Während seiner frühen Jahre hat der Folksänger der Menschheit aberwitzige Geschichten aufgetischt. Vom Auftrag schwarzer Bluesbeschwörer und vom Vagabundenleben.
Nun bespringt im Film ein elfjähriger Schwarzer namens Woody (Marcus Carl Franklin) einen Güterwagen. Wie Bob Dylans Vorbild Woody Guthrie führt der winzige Tramp eine Gitarre mit sich, auf der steht, dass sie Faschisten töte. Manchmal schminkt sich Woody auch wie Charlie Chaplin.“

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