In einer Woche erscheint der 1547 umfassende Roman von David Foster Wallace “Infinite Jest” in deutscher Übersetzung. Aus diesem Anlass porträtiert Wieland Freund den amerikanischen Schriftsteller, der sich vor einem Jahr erhängte, und beschreibt die Reaktionen von Schriftstellern und Kritikern auf das Erscheinen des Romans 1996.
“Mit seinem Freund Jonathan Franzen, dem Autor der ‘Korrekturen’, der dem Gefühl, ausgerechnet am traurigen Ende der Gutenberg-Galaxis Schriftsteller zu sein, in einem berühmten Essay Ausdruck verlieh, kam Wallace überein, dass alles Schreiben ein Schreiben gegen die Einsamkeit sei, die die noch verbliebenen Autoren und Leser in einer fremden Welt empfänden. Zwar drehte sich das Literatur-Karussell weiter, der weiße Elefant des eigenen Buchs jedoch drehte jeweils nur noch eine einzige Runde, bevor er auf Nimmerwiedersehen im medialen Orkus verschwand. An die Stelle eines Kanons der Meisterwerke war bestenfalls die Lieblingsliste des Online-Kaufhauses Amazon getreten.”



18. August 2009 um 01:21
[...] Literaturbetrieb braucht Helden. David Foster Wallace wurde früh hochstilisiert zum genialen Außenseiter. Er regte [...]