Tinner – Aktenvernichtung – Strafverfahren

Sieben Bundesräte waren sich im Jahr 2007 einig, die Welt vor den Atomakten der Familie Tinner schützen zu müssen und der Vernichtung zuzuführen. Zur Erinnerung: die Tinner-Akten, umfassende Pläne zur Herstellung von Atomwaffen, lagen während Jahren bei der Bundesanwaltschaft. Die Akten umfassten Zeichnungen von Zentrifugen, Atomsprengköpfen, Raketenteilen in Soft- und Hardware. Die Bundesanwaltschaft will erst nach zehn Jahren erkannt haben, welch brisantes Material in ihren Kammern lagerte – nämlich, als die CIA bei ihr vorstellig wurde – und selbst da reagierte der Laden, als bestehe er nur aus Nieten.

Wie auch immer, fünf der sieben Bundesräte, die die Atom-Akten im Fall Tinner zu vernichten ließen, sind noch im Amt.  Und wieder haben sie einen Beschluss gefasst. Einhellig, wie bei der Vernichtung der Atom-Akten, nur soll diesmal ein Strafverfahren gegen die Familie Tinner sichergestellt werden. Mit Hilfe der Bundeskriminalpolizei, die möglicherweise einen Atomsprengkopf von einer MP unterscheiden kann…

Naja, pikanterweise wurde vor ein paar Monaten publik, dass Pakistan ihre Atomaren Waffen nur hat, weil der Schweizer Bundesrat – aber lassen wir das…

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Herz-Kreislaufmittel gegen Demenz

Im “Behavioral Neuroscience” ist ein brisanter Artikel erschienen, der impliziert, dass Doktor Zufall der Pharma-Industrie zu Hilfe eilt und es ihr ermöglicht, die Wirkung eines zehn Jahre alten Medikamentes umzuschreiben – und den Stoff erneut patentieren zu lassen.

Ein gefäßerweiterndes Mittel verbessert nicht nur die Durchblutung, sondern steigert offenbar auch Lernvermögen und Gedächtnisleistung. Diese positive Nebenwirkung des Herz-Kreislaufmittels Fasudil haben amerikanische Forscher in Versuchen mit Ratten bemerkt. Ob eine vergleichbare Wirkung auch bei Menschen gegeben ist, wissen sie noch nicht. Allerdings legen die Ergebnisse nahe, dass das Medikament auch zur Verstärkung kognitiver Leistungen bei Patienten mit alters- oder krankheitsbedingten Gedächtnisstörungen helfen könnte, berichten die Wissenschaftler. Dies ist deshalb von Interesse, da Fasudil schon seit mehr als zehn Jahren erfolgreich eingesetzt wird – etwa bei Durchblutungsproblemen im Hirn.

“Wir haben ein Medikament identifiziert, das beides fördert: das Herz-Kreislaufsystem, wozu es auch ursprünglich entwickelt wurde, und das Zentrale Nervensystem, eine neue Indikation”, erläutert Matthew Huentelman vom Translational Genomics Research Institute in Phoenix. “Fasudil zeigt sich vielversprechend als Gedächtnisverstärker während des Alterns”, ergänzt seine Kollegin Heather A. Bimonte-Nelson von der Arizona State University. “Die Effekte in unserem Tiermodell waren stabil, wiesen Verbesserungen bei Lernen und Gedächtnis auf.” Gemeinsam mit ihren Kollegen hatten die beiden Forscher Ratten mittleren Alters unterschiedliche Dosen an Hydroxyfasudil, die aktive Form des Wirkstoffs, injiziert und mithilfe von Labyrinthexperimenten Lernfähigkeiten und Gedächtnisleistungen der Nager untersucht.

Je höher die Dosierung des Mittels, desto stärker war der Effekt: Nach einer höheren Dosis schnitten die Tiere in den Tests deutlich besser ab als Artgenossen, die eine niedrigere Dosis bekommen hatten. In beiden Gruppen beobachteten die Wissenschaftler jedoch bessere Leistungen als bei Ratten, die lediglich eine wirkungslose Kochsalzlösung erhalten hatten. Wie genau Fasudil seine positive Wirkung erzielt, haben die Wissenschaftler noch nicht ausmachen können. Sie halten es aber für möglich, dass der Wirkstoff über eine Kaskade von Enzymen und Proteinen die Aktivität eines bestimmten Gens beeinflusst, von dem sie vermuten, dass es auch bei gesunden Menschen mittleren Alters eine Rolle für das Gedächtnis spielt. Zurzeit überlegen sich die Forscher Möglichkeiten für klinische Studien, um die Wirkung des Mittels bei Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz zu untersuchen.

Quelle

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Philip Roth “Empörung”

Schreiben war und ist sein Leben. In seinem Spätwerk beschäftigen ihn Alter und Sterben. Mit «Empörung» kehrt er zur Jugend zurück. Das Thema “Tod” aber bleibt.  Marco Guetg hat sich mit Philip Roth und dessen Werk beschäftigt und rezensiert “Empörung”.

30 Bücher in 50 Jahren. Wer das geschafft hat, dürfte sich durchaus etwas zurücklehnen. Doch das kann Philip Roth (75) nicht. «Ich arbeite die ganze Zeit», sagte der Amerikaner diese Woche in einem Interview in der «Zeit». Ob er dabei glücklich ist, fragt er sich gar nicht. «Ich frage mich nur: Geht es voran mit der Arbeit?» Denn etwas ist ihm nicht geheuer, «die Zeit zwischen zwei Büchern. Dann weiss ich nicht, was ich mit mir anfangen soll».

Nun wissen wir nicht, in welcher Schaffensphase Roth gerade steckt. Nur so viel: Eben erscheint sein Roman «Empörung» auf Deutsch, und auf September ist in den USA «The Humbling» angekündigt. Unsere Vermutung: Roth befindet sich in der nicht so geschätzten Zwischenschreibphase, in der er nicht weiss, «was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Ich bin einfach zum Schreiben da.»
DAMIT ALLERDINGS hat Roth schon früh begonnen. 1959 erschienen die Erzählungen «Goodbye Columbus» – und der 25-Jährige erhielt dafür gleich den National Book Award! Seither publiziert der medienscheue Nobelpreis-Dauerkandidat alle zwei Jahre ein Buch; er hat inzwischen alle grossen amerikanischen Preise erhalten, Bill Clinton hat ihm die National Medal of Arts an die Brust geheftet, und sein Werk wurde vor drei Jahren gar in die Library of America aufgenommen, was einem Unsterblichkeitssiegel zu Lebzeiten gleichkommt.

Philip Roth setzt sein Erzählpersonal seit je den Extremen aus und rückt seinen Antihelden mit dem Seziermesser zu Leibe. Seine Themen sind Liebes- und Sexualnöte («Portnoys Beschwerden», 1969), die USA, seine jüdische Identität, in den letzten Jahren vermehrt das Alter und der Tod («Exit. Ghost», 2007). Mit «Empörung» ist Roth zur Jugend zurückgekehrt. Den Tod aber hat er nicht ausgeblendet.

Es ist 1951 und die USA stecken im Koreakrieg. Marcus Messner, 18-jährig, ein aufgeweckter Junge mit Karriereaussicht, wird von seinem überängstlichen Vater unerträglich bemuttert; der Junge flüchtet aus der bedrückenden Nähe und schreibt sich in Ohio in einem College ein. Doch kaum angelangt, kommt es zu einem verstörenden sexuellen Erlebnis mit einer Kommilitonin; plötzlich wird der Jude Messmer diskriminiert. Wider Willen wird er zum Rebellen, fälschlicherweise zum Rebellenführer gestempelt und vom College gewiesen. Marcus’ verhängnisvoller Fehler ist seine Neigung zur Empörung.

Das alles erfahren wir aus der Perspektive eines aufbegehrenden Ich-Erzählers. Dann bricht die Erzählung ab. Es folgt ein kurzes Nachwort und wir erfahren, was später geschah: Nach seinem Rausschmiss wird er in die Armee eingezogen und nach Korea geschickt, wo er bei einem Angriff richtiggehend abgeschlachtet wird und stirbt.

und Elmar Krekelehier unter dem Titel

«Empörung», diese Klage aus dem Jenseits über ein verpfuschtes Leben und Anklage gegen die Sinnlosigkeit des Todes, ist von beeindruckender Geschlossenheit und frei von jeglichem ornamentierendem Blendwerk. Philip Roth ist es in diesem Roman auf bewundernswerte Art gelungen, was er anderswo zu seinem narrativen Prinzip erhoben hat: «Ich habe versucht, die Prosa und das Erzählen so schmucklos und einfach zu halten, wie ich konnte.»

Wolfgang Popp bespricht “Empörung” hier.

und Wolfgang Kerkeler hier unter dem Titel “See aus Sperma

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Wie Österreich Islamlehrer-Problem löst

Sie sind scheinbar von allen guten Geistern verlassen oder schlicht und einfach dem Aberglauben verfallen, die österreichischen Politiker aus dem Glaubens-Gemeinschaft und Bildungs-Ministerium, die meinen, Islamlehrer, welche sich gegen die Demokratie aussprechen, würden ihre Meinung ins Gegenteil verkehren, wenn sie ihre Unterschrift auf ein entsprechendes Papier setzten.
Welcher Österreicher, der in Saudi Arabien arbeitet und auf das Einkommen aus dem Job angewiesen ist, würde nicht unterschreiben, dass das saudische Königshaus die beste Staatsform ist?
Wer da sagt “Der Dienstvertrag verpflichtet zu Demokratie” und meint, alle hielten sich daran, hat nicht alle Tassen im Schrank.
Hier gehts zur APA-Meldung

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EU hebt Schweizer Bankgeheimnis auf

Die EU will die Hühner, die goldene Eier legen, ganz ausnehmen. Gemeinsam gehen die EU-Staaten gegen gute Steuerzahler, die bereits versteuertes Einkommen als Vermögen in Luxemburg, Österreich oder der Schweiz investieren, vor.

Bundesrat Merz lügt nicht, wenn er sagt am Bankgeheimnis werde nicht gerüttelt – es gilt aber nur noch gegenübern Bürgern der Schweiz. Gegenüber EU-Bürgern aber blüht der Verrat.

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Der Affe Mensch

Charles Darwin hat Hochkonjunktur. Allenthalben wird nach dem gesucht, was Darwin für die Menschheit am grusligsten machte. Michael Miersch glaubt, das größte Entsetzen habe Darwin mit seiner Behauptung, der nächste Verwandte des Menschen sei der Affe, ausgelöst.


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Facebook verkauft intime Nutzerdaten

Naja, wer Facebook so viele intime Daten liefert, hat selber Schuld.

Das soziale Netzwerk hat ein Tool präsentiert, mit dem es aus den persönlichen Daten seiner 150 Millionen Nutzer Gewinn schlagen will. Auch Angaben wie Familienstand oder sexuelle Orientierung werden miteinbezogen.

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