Den Juden in der Schweiz schlägt grenzenloser Hass entgegen. Der anonyme Verein „Schweiz ohne Juden“ verteilt Brief mit Morddrohungen in Briefkästen – und natürlich sind die Behörden macht- und ist die Polizei hilflos.
«Judensau», «Volksschädlinge», «nur ein toter Jude ist ein guter Jude» und «deine Beerdigung findet in der Kehrichtverbrennung Hagenholz statt» sind nur einige der grässlichen Botschaften, die der anonyme «Verein Schweiz ohne Juden» seit Beginn des Nahost-Konflikts in Zürcher Briefkästen verteilt hat. «Es ist wie in den 30er-Jahren», sagt ein Mitglied der Israelitischen Cultusgemeinde. Er habe von rund 20 Fällen gehört und allen geraten, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Die Dunkelziffer sei aber grösser, denn: «Die meisten haben Angst und schweigen lieber.» Traurig und sehr, sehr betroffen seien die Personen, denen solch gewaltiger und unfassbarer Hass entgegenschlage. Hakenkreuze auf Hauswänden und Morddrohungen in Briefkästen: Die Stadtpolizei Zürich hat bislang rund ein Dutzend antisemitisch motivierte Sachbeschädigungen und Drohungen registriert und bestätigt, dass Anzeigen eingegangen sind.
Den Medien sind diese Ereignisse kaum eine Zeile, geschweige denn eine Recherche wert. Einzig 20min lässt Alexandra Roder zu Worte kommen, was angesichts der Tatsache, dass der Rest wie Blick, Tagesanzeiger, NZZ, Fernsehen, Radio die Ereignisse beschweigt, schon an ein Wunder grenzt.


