Dem Armeechef haut’s den Nuggi raus

Heute Nachmittag hat sich Nef den Medien gestellt und offen gesagt, was er zu sagen hat. Nicht so sein Vorgesetzter Bundesrat Samuel Schmid, der sich immer noch verkriecht.

Vor den Medien bestätigte Armeechef Roland Nef die Meldung, wonach er Geld an seine Ex-Freundin bezahlt hatte. Es stimme, sagte Nef, dass er seiner Ex-Freundin eine «Wiedergutmachungszahlung» geleistet habe. Er hielt aber fest: «Ich bin weder vorbestraft noch wird gegen mich ermittelt.» Über die Höhe der Wiedergutmachung schwieg Nef.
Die Gründe der Anzeige von Seiten seiner Ex-Freundin seien Privatsache. Sie liege im Privatbereich zweier erwachsener Menschen, die eine intensive Liebesphase durchlebt hätten, betonte der Armeechef. Nef gab jedoch zu, dass ihm die Trennung «schwer gefallen» ist. Er sagte: «Ich habe nicht immer besonnen gehandelt.»
Er habe sich mit seiner ehemaligen Lebenspartnerin aber versöhnen können. «Wir haben uns die Hände zur Versöhnung gereicht», sagte Nef wörtlich. Seine ehemalige Partnerin und er «möchten die Sache jetzt ruhen lassen».
Es sei ihm bewusst, dass er als Armeechef eine Person des öffentlichen Interesses sei. Er wolle sich diesen höheren Anforderungen auch stellen. Seine Aufgabe als Armeechef wolle er weiter mit Herzblut, Engagement und Verantwortungsbewusstsein führen, solange er das Vertrauen des Gesamtbundesrats habe.

Und er geht gegen das Lieblingsblatt der Schweizer Parlamentarier vor, den von linken Parteipolitikern allseits geschätzten Blick. Das macht ihn schon fast zum Helden.

Ein Blick auf die Zukunft der Reproduktionsmedizin

Heike Le Ker hat sich die Visionen, Hoffnungen und Ängste der Reproduktionsmediziner in Nature zu Gemüte geführt und schreibt über Plazenta-Automaten, Klonkinder, Eizellen-Massenfertigung und Kinder, die ganz und gar aus der Retorte kommen.

Schweigepflicht für Journalisten gefordert

Markus Becker und Jens Lubbadeh berichten von einer wissenschaftlichen Tagung, bei der es um die Gewinnung von wandlungsfähiger Stammzellen ohne die Zerstörung menschlicher Embryonen ging.

Als Schöler an den Punkt kommt, wie dies ohne gentechnische Eingriffe und den Einsatz von Viren gelingen kann, hält er inne. Statt der heiß erwarteten Antwort zeigt er eine Folie mit einem Bericht aus der „Frankfurter Allgemeinen“. Er müsse an dieser Stelle abbrechen, sagt Schöler. Seine Begründung: Auf der Konferenz seien Journalisten anwesend. Ende des Vortrags. Kurze Verwunderung im Saal. Dann wird das Programm fortgesetzt.
Was war geschehen? Vor einer Woche hatte die „FAZ“ berichtet, dass Schöler bei einem Kongress in Dresden wichtige neue Erkenntnisse vorgestellt hat (mehr…). Dabei ging es um Keimbahn-Stammzellen, die aus Mäusehoden gewonnen werden und ähnlich wandlungsfähig sind wie die begehrten embryonalen Stammzellen. Schöler wurde in dem Artikel mit der Aussage zitiert, dass es seinem Team damit erstmals gelungen sei, adulte Körperzellen zu pluripotenten Stammzellen umzuprogrammieren, und zwar ohne genetische Eingriffe mit Hilfe von Viren.

Schöler behauptet, ein Redakteur der FAZ habe sich während eines informellen Gespräches unter Wissenschaftlern an den Tisch gesetzt und ihn, Schöler, falsch zitiert.

Seine Aussagen in Dresden seien verzerrt dargestellt worden. Dabei sei der Kongress eigentlich gar nicht für Journalisten gedacht gewesen, sondern nur für Wissenschaftler. Deswegen, so Schöler, wolle er künftig auf Kongressen nur noch dann über nicht publizierte Ergebnisse berichten, wenn die dort anwesenden Journalisten vorab eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichneten.

Das ist eine unverschämte Forderung und steht für ein Verbot der unabhängigen Berichterstattung, denn Journalisten, die ihre Unterschrift verweigern, dürften dann weder an Tagungen noch an Kongressen eingelassen werden.
Die Forderung Schölers aber hat anscheinend einen Hintergrund, mit dem es ebenfalls zu befassen gilt.

Hintergrund ist die Angst der Forscher, ihre Ergebnisse nicht mehr in renommierten Fachmagazinen unterbringen zu können, wenn sie zuvor in Massenmedien thematisiert wurden. Denn Fachblätter wie „Nature“ und „Science“ haben nicht nur hohe Ansprüche an den Stellenwert der Entdeckungen, sondern sie wollen sie auch exklusiv und als Erste veröffentlichen

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Armeechef Nef verklagt die Medien wegen Rufmord

Das ist verständlich; der Blick hat sich an ihm festgebissen und 20min ebenfalls. Doch die Klage wird kaum gegen den Blick oder den TA-Media-Verlag eingereicht. Man ist als öffentliche Person schließlich auf positive Berichterstattung angewiesen. Der Blick hat schon oft unter Beweis gestellt, dass er im Parlament mehr Einfluss hat, als der Rest der Medien. Zuletzt mit seinem Anti-Blocher- und Anti-SVP-Kurs.
Einen positiven Effekt aber hat die Medienhatz: Roland Nef tut, was er bereits am Sonntag hätte tun sollen, er will sich heute Nachmittag den Medien stellen. Ganz im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten, Bundesrat Samuel Schmid, dem es anscheinend bereits am Sonntag die Sprache verschlagen hat; er schickt lediglich Adlaten für die Medienarbeit vor mit wechselnden Botschaften und bruchstückhaften Informationen. Scheint mir feige zu sein, der Samuel Schmid, der aus der SVP ausgetreten ist, wegen fehlendem Respekt, wie er sagt, und fehlendem Anstand. – Huch, ausgerechnet Schmid…