Galima Bukharbaeva schildert die Leidensgeschichte der usbekischen Menschenrechtlerin Mutabar Tadschibajewa, die todkrank aus der Haft entlassen worden ist.
“Gefangene der Folterinsel” will die Menschenrechtlerin Mutabar Tadschibajewa das Buch über ihre Lagerhaft in Usbekistan nennen. Zwei Jahre und acht Monate durchlebte die 45-jährige Usbekin mit 1200 Mitgefangenen Folter und Erniedrigung in dem Frauenlager der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Nun fürchtet sie jedoch, dass sie für das Buch nicht mehr genug Zeit haben wird. Das Regime des zentralasiatischen Staates entließ sie erst in die Freiheit, als sie schwer, vielleicht unheilbar, an Krebs erkrankte. Noch in Haft erhielt sie im Mai 2008 den Schweizer Martin Ennals Preis “Verteidiger der Menschenrechte”.
Welch ein Wunder, dass dieser Preis an der großen Schweizer Menschenrechtlerin, Micheline Calmy-Rey, die uns einen UN-Menschenrechtsrat eingebrockt hat, der sich ausschließlich um die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit und die Verurteilung Israels kümmert, vorbei gegangen ist. Aber vielleicht hat sie den Preis ja überbringen und sich großartig in Szene setzen dürfen.
Usbekische Regierungstruppen erstickten am 13. Mai 2005 einen Volksaufstand gegen die Staatswillkür in der usbekischen Provinzstadt Andischan. Damals starben nach vorsichtigen Schätzungen bis zu 1000 Menschen, unter ihnen auch Frauen und Kinder. Nach dem Massaker verfolgte der usbekische Staat rücksichtslos zuvor geduldete Menschenrechtler, und auch Mutabar Tadschibajewa wurde nicht geschont. Im Oktober 2005 erstürmte eine usbekische Spezialeinheit ihr Haus. Knapp 30 mit Maschinengewehren bewaffnete Männer in schwarzen Masken verhafteten die kaum 1,50 Meter große Usbekin. Im Frühjahr 2006 wurde sie zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt.


