Wissenschaften ersetzen Aberglaube

Das Dresdner Hygiene-Museum widmet dem brisanten Thema “Klimawandel” eine Ausstellung. Noch vor etwas mehr als dreihundert Jahren, machte man Zauberer und Hexen, die mit dem Teufel im Bunde standen, für extreme Dürren, Kälte, Hitze, Schlammlawinen und Hochwasser verantwortlich. – Uns läuft ein Schauer über den Rücken, wenn wir die makabren Statistiken betrachten, die nachweisen, dass pro Jahr hundert bis fünfhundertfünfzig Frauen auf dem Scheiterhaufen landeten, weil sie Unwetter heraufbeschworen haben sollten, schreibt Ulli Kulke.

Das war stets in den Jahren der Fall, in denen der damalige Klimawandel den Menschen besonders hart zusetzte, Hungersnöte übers Land brachte. Es war die Ära der “Kleinen Eiszeit”, als die Sonne etwas weniger strahlte und dieses Wenige auch noch durch Staubwolken nach ungewöhnlich häufigen Vulkan-Explosionen weltweit gebremst wurde. Doch die Zusammenhänge waren damals unbekannt.

Tja, damals waren die Zauber und Hexen schuld – und heute ist es das CO2.

Zum ersten Mal in der Weltgeschichte wird der gesamten Menschheit durch Setzung von Wissenschaftlern und nicht durch gesellschaftliche Entwicklungen ein neues Maß aller Dinge vorgegeben: Kohlendioxid – die Hinterlassenschaft aller industriellen Prozesse. Es soll nach und nach verschwinden, es steht nun für die Erbsünde des technischen Fortschritts.

Damals wurde geglaubt – und heute glauben wir wieder. Sind wir heute besser dran als uns Vorfahren damals?

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