Calmy-Rey will Skandal Gondart aussitzen

Micheline Calmy-Rey, die Schweizer Außenministerin, die sich normalerweise keine Gelegenheit zu einem Medienauftritt entgehen lässt, schweigt zu den Vorwürfen aus Kolumbien und verkriecht sich vor den Medien. Wer bei Verstand ist, bezweifelt nicht, dass Calmy-Rey, ihre Departements-Beamten und der Emissär Contard mit den Farc-Terroristen sympathisieren. Die Falschmeldung über über die „gekaufte Befreiung“ kam aus dem Umfeld Calmy-Rey – Contard. Letzterer hat, gemäss Emailverkehr, die Farc mit 500.000 US-Dollars unterstützt – und sicherlich nicht aus der eigenen Tasche. Steuergelder verschleudern gehört scheinbar zu den Beschäftigungen der Schweizer Außenministerin, die ihr liegen.

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Jesse will Obamas Eier

Die ganze Welt redet über Jesse Jacksons wüsten Spruch ins offene Mikrophon: Obama rede zu den Schwarzen wie ein Weißer, von oben herab, dafür sollte man ihm die Eier abschneiden. Kurz darauf entschuldigte sich Jesse Jackson über CNN für den ordinären Spruch. Der nicht nur von Jackson, sondern auch von seinen Töchtern, die ihn einfach peinlich finden, geplagte Barack Obama nahm die Entschuldigung an.

Israelischer Dichter in Berlin unerwünscht

Said, deutsch-iranischer Autor und Kritiker des iranischen Regimes, schildert, dass er beim Berliner Beirut-Festival im September zusammen mit seinem israelischen Kollegen Asher Reich Poetik lesen wollte.

Seit fast einem Jahr bemühe ich mich, eine gemeinsame Lesung mit dem Schriftsteller Asher Reich, meinem geschätzten israelischen Kollegen, zu organisieren. Als radikaler Gegner der Islamischen Republik im Iran wollte ich ein Zeichen der Versöhnung setzen. Ein Zeichen gegen einen Präsidenten in Teheran, der Hasstiraden gegen Israel sendet, um sich bei den arabischen Nachbarn beliebt zu machen.
Dabei weiß in Wahrheit selbst Herr Ahmadinejad, dass die große Mehrzahl der Iraner für seine Hassfantasien kein Verständnis hat. Gemeinsam mit Asher Reich wollte ich Haltung zeigen. Denn unsere Aufgabe, jenseits aller Politik, ist, dass die Menschen das sie miteinander Verbindende zu suchen. Auch das will die Poesie. Die Poesie Asher Reichs. Meine. Die Poesie überhaupt., aber die libanesische Botschaft hat diese Initiative jetzt abgewürgt: „Mir war es ja klar, dass ich dieses Zeichen der Versöhnung in meiner Geburtsstadt Teheran nicht setzen kann – dort bin ich nicht gerade willkommen. Blauäugig wie ich bin, dachte ich deshalb, Berlin wäre der geeignete Ort.“

Das Projekt einer gemeinsamen Lesung von Said und Asher Reich ist am Veto der libanesischen Botschaft in Berlin gescheitert.

Mir war es ja klar, dass ich dieses Zeichen der Versöhnung in meiner Geburtsstadt Teheran nicht setzen kann – dort bin ich nicht gerade willkommen. Blauäugig wie ich bin, dachte ich deshalb, Berlin wäre der geeignete Ort. Offensichtlich habe ich mich getäuscht.

Offenbar wird er Wortkrieg in Deutschland ausgetragen.

Sieg für Maxim Biller und Kiepenheuer & Witsch

Der 18. Zivilsenat des Oberlandesgerichts München hat am Dienstag entschieden, dass die Voraussetzungen für eine Entschädigung von Billers ehemaliger Freundin, die sich in „Esra“ wieder erkennen will, nicht gegeben seien. Das bestätigte OLG-Sprecherin Sybille Frey. Eine Begründung des Urteils liegt noch nicht vor.
Das Landgericht München I im Febuar der Schadensersatzklage der ehemaligen Freundin des Schriftstellers Maxim Biller statt gegeben. Der Autor und der Verlag Kiepenheuer & Witsch wurden zur Zahlung von 50.000 Euro Schmerzensgeld an die ehemalige Freundin Billers verurteilt. Gegen das Urteil legten Verlag und Autor Berufung ein.
Das Bundesverfassungsgericht hatte am 13. Juni die Verbreitung des Romans wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts verboten. Rezensionen zu „Esra“.

Kolumbien, Micheline Calmy-Rey und die Medien

Das von Geheimnissen umwitterte Departement Calmy-Reys hat scheinbar die Angewohnheit, Geheimdokumente herumliegen zu lassen. Diese sind im Fall Betancourt – Calmy-Rey – Gontard, Alex Baur in die Hände geraten. Er hat zu recherchieren angefangen und aufgedeckt, dass das Schweizer Aussendepartement EDA (unter „Führung“ von Micheline Calmy-Rey) die politischen Manöver der kolumbianischen Terrororganisation Farc nicht nur toleriert, sondern unterstützt. Micheline Calmy-Reys Emissär Jean-Pierre Gontard machte mit den Entführern gemeinsame Sache. Und das EDA und mit ihm aller Wahrscheinlichkeit nach der Gesamtbundesrat, eine Farc-Filiale in der Schweiz toleriert.
Am selben Tag, an dem der Artikel von Alex Baur erschienen ist, wurde Ingrid Betancourt von Geheimdiensten und Polizei aus der Geiselhaft befreit.
Am Tag danach beweihräucherten die Schweizer Medien das EDA. Micheline Calmy-Rey konnte nicht genug betonen, wie sehr sie sich für die Befreiung Betancourts angestrengt habe – und dankte sich selber.
Kein Wort darüber, dass Kolumbien die Schweiz bereits Tage zuvor mit dem Vorwurf konfrontierte, Calmy-Rey und Gontard pflegten einen, gelinde gesagt, etwas zu intensiven Kontakt mit den Rebellen der Farc. Im Laptop des stellvertretenden Farc-Präsidenten Raul Reyes waren Dokumente gefunden worden, die Gontards Parteinahme für die Farc entlarvten. Die Dokumente wurden an die Schweiz weitergeleitet. Bogota erwarte von der Schweiz nicht nur eine Erklärung, sondern Konsequenzen, erklärte Kolumbiens Botschafterin in der Schweiz, Claudia Jimenez. Bogota will keine „guten Dienste“ mehr von den Schweizer Vermittlern.
Dass die Medien darüber berichten, liegt an der Botschafterin Kolumbiens. Wäre sie nicht vor die Medien getreten, würde Calmy-Rey von den Schweizer Medien immer noch zur Befreiungsheldin erhoben. Die Schweizer Medien verbreiten nicht mehr als die entsprechende sda-Meldung.
Calmy-Rey will sich zu den Vorwürfen scheinbar nicht äußern; sie blieb für die Medien unerreichbar. Und die entsprechenden Stellen im EDA scheinen alles ausgeflogen zu sein: Niemand soll erreichbar sein.

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