Politiker dürfen sich wieder gefahrlos entsetzen

Erinnern Sie sich an Jens Jessen und wie er sich lustig gemacht hat über das Opfer der beiden Schläger Serkan A. und Spyridon L. von München? An der Gewalt, so Jessen in etwa, sei der Spießer, der den Jungs das Rauchen hätte verbieten wollen, schuld. Kurz darauf entschied sich Hessens Ministerpräsident Koch den Überfall während des Wahlkampfs aufzugreifen – und wurde von den versammelten Linken zum Täter gestempelt.
Jetzt, da ein Richter die Verwerflichkeit der Tat festgestellt habe, meint Berthold Köhler, könnten auch Politiker wieder gefahrlos empört sein.

Doch ziehen sie auch die richtigen Schlüsse aus diesem und anderen Verbrechen, die das von der Linken gepflegte Bild von den ausländerfeindlichen Deutschen, die ihre Mitbürger „mit Migrationshintergrund“ schikanieren, glatt auf den Kopf stellen?
In diesem Land ist nicht nur, aber vor allem unter jungen Ausländern ein Gewaltpotential herangewachsen, das auch mit noch so viel Sozialtherapie nicht mehr zu beherrschen ist.

Auch die Schweizer laufen Gefahr von diesem seichten Fahrwasser linker Ideologen mitgerissen zu werden.

Das geheime Tagebuch der Carla Bruni

Wie Elise Cannuel berichtet, beschäftigt sich das bitterböse Satiremagazin „Le Canard Enchaîné“ allwöchentlich mit Nicolas Sarkozy und Carla Bruni. Seit Nicolas Sarkozy das Präsidentenamt angetreten hat, geht es der Ente blendend. Wer wissen will, was im imaginären Tagebuch der Carla Bruni geschrieben steht, muss die Ente kaufen…

Beherrscht von Sado-Maso

soll der Boss des Internationalen Automobilverbandes FIA, Max Mosley, sein. Weil er gegen «News of the Wold» geklagt hat, musste er vor Gericht aussagen. Und er sagte aus und erklärte der Welt – ähm, dem Gericht – Nackte, die ihn auspeitschten, hätten ihn schon immer erregt. Ohne jede Scham, erzählte er von den Orgien, die er plant und feiert… Verboten ist das, was er tut, nicht, sonst säßen wahrscheinlich drei Viertel der TopManager und Chefbeamten hinter Gittern. Was angesichts des täglichen Wahnsinns, den diese Leute auf die Menschheit loslassen, so schlecht nicht sein könnte…
Quelle

Vergleich Juden – Türken statthaft

Der Publizist Sergey Lagodinsky ist der Meinung, dass man die Diskriminierung von Juden und Türken in Deutschland durchaus vergleichen könne.

„Auch die Minderheiten Europas fühlen sich gerne wie Juden. Während die „Mehrheitsdeutschen“ damit beschäftigt sind, mit der Last der Vergangenheit fertigzuwerden, bedeutet für die Minderheiten in Europa jeder Vergleich mit Juden eine Auseinandersetzung mit der Last der Gegenwart. Durch solche Vergleiche reihen sie sich in die Opferkontinuität der europäischen Verfolgungsgeschichte ein, für die das europäisch-jüdische Schicksal paradigmatisch bleibt und dessen mörderische Zuspitzung der Holocaust bildet. Dies ist gewissermaßen ihre Art, sich in die Mehrheitskultur und -geschichte zu integrieren.
Der Leiter des Zentrums für Türkeistudien, Faruk Sen, wagte eine solche Anknüpfung, als er in einer türkischen Zeitung die heutige Diskriminierung von Türken in Europa mit der von Juden im Europa von einst verglich – freilich nicht, ohne dabei auf die Unterschiede in „Ausmaß“ und „Erscheinungsformen“ zu verweisen.(…)
Von jüdischer Warte aus betrachtet, erscheinen Vergleiche zwischen einzelnen Episoden der europäisch-jüdischen Geschichte und dem Umgang mit den heutigen Minderheiten in Europa meist als ein heikles, aber keineswegs skandalöses Unterfangen. Die Singularität des Holocaust steht außer Frage. Doch niemand beharrt auf der Singularität von jüdischen Diskriminierungserfahrungen, davor und danach.(…)
Kürzlich veranstaltete die Universität Tel Aviv eine Konferenz, bei der sich deutsche und israelische Forscher über genau diese Fragen austauschten. Die Thesen einiger (zumeist israelischer) Forscher, welche die Ressentiments gegen die Juden im 19. Jahrhundert mit denen gegen türkischstämmige Einwanderer im heutigen Europa verglichen, konnte man durchaus als zu weitgehend empfinden. Keiner indes empfand sie als ‘inakzeptabel’. Wenn man einen umstrittenen, aber zweifellos verdienten Forscher wie Faruk Sen wegen eines Vergleichs zwischen der Diskriminierungsgeschichte von Juden und dem Diskriminierungsalltag von türkischen Europäern entlässt, tabuisiert man eine wichtige Debatte.“

Tom Segev „Die ersten Israelis“

Tom Segevs 1986 erschienenes Buch „Die ersten Israelis – Die Anfänge des jüdischen Staates“ ist erstmals in deutscher Sprache erschienen. Arno Widmann scheint sich speziell an einigen aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten zu erfreuen – und sieht sich endlich bestätigt.

„Und so rissen sich Zehntausende von Israelis – Soldaten wie Zivilisten – Kriegsbeute unter den Nagel. Der eine nahm sich einen Lehnstuhl, der andere einen Teppich, der dritte eine Nähmaschine und der vierte einen ganzen Konzern.
Einer nahm sich eine Wohnung und ein anderer einen Weinberg. Ganz schnell und leicht bildete sich eine ganze, wenn auch kleine Klasse von Neureichen: Kaufleute, Spekulanten, Lieferanten, Beauftragte aller Sorten, Industrielle und Bauern. Einige stahlen, was sie konnten, andere bekamen die Kriegsbeute legal zugeteilt. Ein Gutteil der Transaktionen fiel in den Graubereich zwischen legal und illegal, zwischen eindeutigem Raum und offizieller Enteignung.“

Veröffentlicht in History. Schlagworte: , . Kommentar schreiben »