„Softcore“ – Sex, Drogen und Langeweile

Omid Nouripour hat den Roman „Softcore“ des Deutsch-Iraners Tirdad Zolghadr gelesen. Er ist in dem Buch einem psychedelisch schillernden Psychogramm der iranischen Oberschicht begegnet und stellt fest, die Teheraner-Oberschicht ist genauso dekadent wie jede andere dieser Art.

„In „Softcore“ beschreibt der Protagonist sein sporadisch geführtes Engagement für eine Galerie. Ihn treibt dabei aber nicht etwa sein Kampf für die Kunstfreiheit an, sondern eher seine dominante, wohlhabende Freundin Stella. Diese ostentativ postmoderne Lebensweise wird ihm allerdings in der politisch-explosiven Atmosphäre des Iran zum Verhängnis. Tirdad wird verhaftet, weil er einen Blumenladen filmt, er gerät in Machenschaften, die er nicht versteht, er ist ferngesteuert und überfordert und redet sich dabei ein, er würde die Welt überfordern. Die Hybris des Bohemiens in Teheran ist also eigentlich genau dieselbe wie an den anderen Orten der Handlung, seien sie Lagos, Beirut, Hamburg oder Zürich auch. Diese Grundhaltung aber ist in Teheran tödlich.“

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