Schlankmacher Hoodia gordonii ist bedroht

Diät-Pillen Hoodia

Diät-Pillen Hoodia

Noch ein Beispiel für rücksichtslose Ausbeutung der Natur: Das kaktusähnliche Gewächs Hoodia gordonii ist als Appetitzügler und Durstlöscher seit Jahrhunderten unter dem Stamm der San Südafrikas bekannt. Seit einiger Zeit aber werden Hoodia-Produkte als Schlankmacher im Rest der Welt angeboten. Damit ist es mit der bloßen Nutzung der Pflanzen vorbei, denn für die Herstellung von Diätmitteln werden die Wildbestände schonungslos geplündert. “Hoodia gehört zu den weltweit etwa 350 Arzneipflanzen, die unter die strengen Schutzbestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens fallen”, sagt Jutta Jahrl vom WWF.
Während Pharmakonzerne mit der Verwertung und Vermarktung traditionellen Wissens der indigenen Völker machen, erhalten letztere kaum etwas und wenn doch, dann müssen sie sich eine Entschädigung mit jahrelangem Rechtsstreit erkämpfen. Auch die San erhielten nur eine geringe Entschädigung durch den Patentinhaber – einem Pharma-Institut in Südafrika.
Der renommierte Experte Michael Heinrich, Leiter des Centre for Pharmacognosy and Phytotherapy London hat davor gewarnt, dass die massive Nutzung von pflanzlichen Arzneimitteln zu einem Verlust der Biodiversität führe.
“Die steigende Nachfrage unserer Überflussgesellschaften nach Schlankmachern und anderen Nahrungsergänzungsmitteln aus der Natur hat zum gefährlichen Schrumpfen der Bestände von Heil- und Medizinalpflanzen geführt”. Das größte Problem dabei sei, dass 80 Prozent dieser Pflanzen nicht kommerziell angebaut, sondern wild gesammelt werden. So könne auch Hoodia noch nicht in großem Stil gezüchtet werden.
Das Schlimmste aber ist, dass man den Einheimischen durch rücksichtslose Ausbeutung die Möglichkeit der Nutzung von Heilmethoden und lebensnotwendiges Wissen, das sie von Generation zu Generation weiter gegeben haben, entzieht.
ptat

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