Keiner hört zu, keiner schaut hin

Es ist an der Zeit, dass eine Debatte über den von Micheline Calmy-Rey initiierten UN-Menschenrechtsrat und den Unrat, den er in Sachen Meinungsäußerungsfreiheit beschließt, geführt wird. Doch das ist sehr schwierig, denn die westlichen Medien interessiert die freie Meinungsäußerung scheinbar nicht im geringsten. Mit Ausnahme der „Reporter ohne Grenzen“

Die Organisation „Reporters sans frontières“ (Reporter ohne Grenzen) nannte die Berufung von mindestens zehn Staaten, in denen die Meinungsfreiheit „massiv verletzt“ wird, einen „Skandal“: Algerien, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Kuba, Nigeria, Pakistan, Russland, Saudi-Arabien und Tunesien. Allein die Tatsache, dass diese Staaten in dem Gremium sitzen, lasse „das Schlimmste“ erwarten, hieß es in einer Erklärung von „Reporter ohne Grenzen“.

und dem Weltverband der Zeitungsverleger (World Association of Newspapers, WAN), die ihren Protest schon zweimal kund taten.
SpOn und Henryk M. Broder versuchen eine Debatte anzustoßen. Ob es ihnen gelingt, ist fraglich. Die Islamisierung des öffentlichen Lebens der Europäer findet offen statt – und keiner schaut hin. Wenn die Medienschaffenden jedoch aus ihrem Tiefschlaf erwachen, ist das Wehgeschrei gewiss – zu spät.

Schlankmacher Hoodia gordonii ist bedroht

Diät-Pillen Hoodia

Diät-Pillen Hoodia

Noch ein Beispiel für rücksichtslose Ausbeutung der Natur: Das kaktusähnliche Gewächs Hoodia gordonii ist als Appetitzügler und Durstlöscher seit Jahrhunderten unter dem Stamm der San Südafrikas bekannt. Seit einiger Zeit aber werden Hoodia-Produkte als Schlankmacher im Rest der Welt angeboten. Damit ist es mit der bloßen Nutzung der Pflanzen vorbei, denn für die Herstellung von Diätmitteln werden die Wildbestände schonungslos geplündert. „Hoodia gehört zu den weltweit etwa 350 Arzneipflanzen, die unter die strengen Schutzbestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens fallen“, sagt Jutta Jahrl vom WWF.
Während Pharmakonzerne mit der Verwertung und Vermarktung traditionellen Wissens der indigenen Völker machen, erhalten letztere kaum etwas und wenn doch, dann müssen sie sich eine Entschädigung mit jahrelangem Rechtsstreit erkämpfen. Auch die San erhielten nur eine geringe Entschädigung durch den Patentinhaber – einem Pharma-Institut in Südafrika.
Der renommierte Experte Michael Heinrich, Leiter des Centre for Pharmacognosy and Phytotherapy London hat davor gewarnt, dass die massive Nutzung von pflanzlichen Arzneimitteln zu einem Verlust der Biodiversität führe.
„Die steigende Nachfrage unserer Überflussgesellschaften nach Schlankmachern und anderen Nahrungsergänzungsmitteln aus der Natur hat zum gefährlichen Schrumpfen der Bestände von Heil- und Medizinalpflanzen geführt“. Das größte Problem dabei sei, dass 80 Prozent dieser Pflanzen nicht kommerziell angebaut, sondern wild gesammelt werden. So könne auch Hoodia noch nicht in großem Stil gezüchtet werden.
Das Schlimmste aber ist, dass man den Einheimischen durch rücksichtslose Ausbeutung die Möglichkeit der Nutzung von Heilmethoden und lebensnotwendiges Wissen, das sie von Generation zu Generation weiter gegeben haben, entzieht.
ptat

Medienkrise als Chance?

Der Springer-Chef Mathias Döpfner hat allen Grund, in einem Gespräch Optimismus an den Tag zu legen, was die Internet-Entwicklungen des Springer-Verlags angeht.

„Das Onlineportal Au Feminin erwirtschaftet die höchste Umsatzrendite im ganzen Unternehmen. Auch der Internet-Werbevermarkter Zanox ist hochprofitabel. Sieben unserer zehn größten Online-Projekte verdienen Geld. 20 Prozent unserer Werbeumsätze werden aus dem Online-Geschäft erwirtschaftet. Damit liegen wir deutlich besser als der deutsche Werbemarkt, in dem Online noch deutlich unter 10 Prozent ausmacht. (…)
Wir sind nicht stark genug bei Sport-Inhalten, bei Online-Stellenanzeigen und in einigen regionalen Märkten. Das werden wir durch Akquisitionen oder Eigengründungen ändern. In allen anderen Feldern sind wir wirklich gut positioniert. Ein Analyst hat Axel Springer kürzlich als „Europas zweitbestes digitalisiertes Medienunternehmen“ bezeichnet.
Ich sehe die Digitalisierung als eine ganz große Chance für unser Unternehmen, eine neue Dimension in Umsatz und Ergebnis zu erreichen. Es ist kein Naturgesetz, dass die Printunternehmen als Verlierer aus diesem Strukturwandel hervorgehen werden. Ich bin überzeugt: Axel Springer wird ein Gewinner der Digitalisierung sein.“

Yep, wie könnte es auch anders sein?

Babel, Babylon – die ganze Wahrheit?

Im Berliner Pergamonmuseum findet die Ausstellung „Babylon – Mythos und Wahrheit“ statt. Catherine Framm und Brigitte Werneburg haben sie besucht, doch die ganze Wahrheit haben sie nicht gefunden, sie vermissen die Frauen, sogar die „Hure Babylon“. Kein Wort darüber haben die beiden gefunden, dazu, wie die Frauen von Babylon langsam von den Männern verdrängt worden sind.

„In der Zeit Hammurabis war Babylon zunächst die Stadt Marduks, bis er am Ende des 2. Jahrtausends vor Christus schließlich in sämtlichen Städten, die unter babylonische Herrschaft gerieten, göttliches Oberhaupt war. Leider wird an keiner Stelle erwähnt, welche Götter er verdrängte und ersetzte. Auch das Königreich Kisch bleibt außen vor, dessen Herrscher sich im 3. Jahrtausend noch immer als Gatten der Göttin Innana, also der späteren Ischtar bezeichneten, zu einer Zeit, als in Babylonien der männliche Götterhimmel fest installiert war.
Stark anzunehmen, dass sich der weibliche Ausschluss aus dem Götterhimmel, als die alten Göttinnen zwischen dem 2. und dem 3. Jahrtausend vornehmlich durch die Götter des Sturms, der Blitzes und des Donners verdrängt wurden, auch im Alltagsleben der Menschen auswirkte. Immerhin weiß man, dass der als Sozialreformer bekannte König Urukagina um 2350 mehrere Edikte zur Rolle der Frauen erließ, etwa wie sie mit Männern sprechen sollten oder zur Frage ihrer Wiederverheiratung. Obwohl die maßgebliche Rolle unbestritten ist, die die Ausgestaltung der Geschlechterordnung für die Form und die Entwicklung einer Gesellschaft spielt, widmet ihr der Ausstellungsraum zur Gesetzgebung in Babylon keinerlei Aufmerksamkeit.“

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Der Geheimdienst und die Tinner-Atom-Akten

Seit dreißig Jahren weiß der Schweizer Geheimdienst, dass die Familie Tinner im Atom-Geschäft tätig ist. Dreißig Jahre lang hat die CIA den Schweizer Geheimdienst mit Informationen und Unterlagen versorgt, aufgrund derer die Bundesanwaltschaft hätte Anklage gegen die Tinners erheben können. Es hat fast dreißig Jahre lang gedauert, bis die Schweizer Behörden Anklage im „Fall Tinner“ erhoben. Von 1978 bis 2003 wurde ergebnislos ermittelt. Erst 2004 wurde Anklage erhoben.
Warum? – Weil der Schweizer Geheimdienst zu unbedarft ist, weil ihm die Fachleute fehlen, weil die Leute, die für ihn arbeiten, keine Ahnung von den wirklich rentablen Waffengeschäften haben – vor allem aber, weil es viel einfacher ist, normale Bürger zu bespitzeln und darüber Fichen anzulegen, als der Familie Tinner das grausige Handwerk zu legen.