Murphys Gesetz – auch in der Schweizer Armee

Die Bundesrat Schmid, der brave Armee-Chef Nef und die Schweizer Armee werden vom Pech verfolgt. Wieder hat sich ein gefährlicher Zwischenfall in der Armee ereignet. Armee-Chef Nef hat den Soldaten empfohlen, sich gegen unsinnige Befehle zu wehren. Das haben die Soldaten getan; sie weigerten sich, im Zecken-Hochrisiko-Gebiet Ossingen im Unterholz zu übernachten – allerdings vergeblich. Das Resultat des unsinnigen Befehls? – 48 Armeeangehörige wurden von Zecken gebissen.
Schmid, Nef oder schlicht „die Armee“ habe, so meldet Tele Züri, einen Informationsstop verhängt. Die Betroffenen dürfen mit niemandem mehr sprechen.

Verliert Gregor Gysi sein Gesicht?

Immer wieder waren Gregor Gysis Bemühungen, den Eindruck seiner Unschuld in Sachen Stasi aufrecht zu halten, von Erfolg gekrönt. Doch das Hamburger Landgericht hat ihm eine Niederlage beschert; es hält für rechtmäßig, dass das ZDF ein Zitat sendete, in dem Gysi schwer belastet wurde.
Das „heute journal“ hat folgenden O-Ton von Marianne Birthler, der Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde, ausgestrahlt: „In diesem Fall ist wissentlich und willentlich an die Stasi berichtet worden, und zwar von Gregor Gysi über Robert Havemann.“

„Die Kammer verkennt nicht, dass der geäußerte Verdacht schwerwiegend ist“, heißt es in der Urteilsbegründung vom 30. Juni. Die Berichterstattung, in der auch entlastende Fakten vorgetragen worden seien, stütze sich aber auf „stichhaltige Verdachtsmomente“. Und an dem Vorwurf, Gysi habe wissentlich und willentlich für die Stasi gearbeitet, bestehe „ein berechtigtes öffentliches Interesse“. Sollte sich diese Darstellung als zutreffend erweisen, schreibt die Kammer, würde das Informationsinteresse der Öffentlichkeit das Persönlichkeitsrecht überwiegen.

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Louis Begley und Franz Kafka

Martin Krumbholz hat sich Louis Begleys Kafka-Biographie „Die ungeheure Welt, die ich im Kopf habe“ gekrallt und findet es stellenweise geradezu leichtfertig.

Gelegentlich schießt dennoch der „Biographist“ aus seinem Essay hervor wie der Springteufel aus der Flasche, etwa wenn Begley schreibt: „Als Kafka in den ersten Monaten des Jahres 1922 am ‚Schloß’ arbeitete, quälten ihn sexuelle Nöte. Intensive Augenblicksgefühle springen beim Schreiben oft auf den Text über.“
Ist das nicht zu unbekümmert formuliert? Zumindest in der alteuropäischen Philologie gälte dergleichen als unfein. Andererseits führt Begley recht mutig dichterische Leerstellen auf die Disposition des Autors zurück, wenn er etwa über das „Schloß“ schreibt: „Welche Auflösung für das Rätsel von K.s Reise und das Spiel, das die Herren vom Schloß mit ihm treiben, vorgesehen war, ist nicht zu erkennen – aus einem einfachen Grund: Kafka hat diese Lösung nicht gefunden. Sehr wahrscheinlich ist der Roman deshalb unvollendet geblieben, und nicht etwa, weil Kafka zu krank und zu geschwächt war.“
In hermeneutischer Hinsicht reicht Begleys Buch an Roberto Calassos scharfsinnige Monographie unter dem knappen Titel „K.“ nicht heran. Wenn man einen „Sinn“ in Kafkas großen Texten finden wolle, schreibt Begley, dann bestehe er in der Reaktion, die diese Werke im Leser hervorrufen. Offener und zugleich beliebiger kann man es nicht formulieren.

Louis Begley: Die ungeheure Welt, die ich im Kopf habe. Über Franz Kafka. Deutsch von Christa Krüger. Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2008

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General Motors in Gefahr

Der Kurs der Aktie von General Motors ist am Mittwoch um 15 Prozent auf 9,98 Dollar gefallen. Dies ist der niedrigste Stand seit 54 Jahren. Die Investmentbank Merrill Lynch hat bereits vor einigen Tagen ausgesprochen, was keiner hören will: GM brauche dringen 15 Milliarden Dollar Kapital und es sei fraglich, ob der Konzern dies auftreiben könne. „Ein Bankrott ist nicht auszuschließen, wenn sich der Markt weiter verschlechtert“, schrieb Murphy, Finanzanalytiker bei Merrill Lynch, und seine Anlageempfehlung von „Kaufen“ auf „Untergewichten“ geändert sowie das Kursziel auf 7 Dollar gesenkt.
Auch die Ratingagentur Standard & Poor’s hat angekündigt, dass den drei großen amerikanischen Autoherstellern Chrysler, Ford und General Motors die Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit in den nächsten drei Monaten droht.
In Europa ist der Autohersteller GM vor allem mit Opel vertreten. Murphys Gesetz gilt offenbar auch für die Unbesiegbaren…

Feuchtgebiete der Tischlerkunst

Mehr davon? Zum Beispiel „Polifemo“, eine Zweiercouch, deren Rückenlehne einem in die Höhe ragenden Phallus nachempfunden ist oder lieber ein Bett wohlbepfostet mit je einem erregierten Glied in den Ecken?