30. Solothurner Literaturtage – Rückblick

Roman Bucheli hat in Solothurn scheinbar ein anregendes Wochenende verbracht. Einer der Höhepunkte war – neben den Lesungen von Adolf Muschg und Tim Krohn – der Auftritt von Marius Daniel Popescu:

“… gebannt (und vielleicht auch ein wenig verwundert oder entgeistert) konnte man den wilden Gesängen des 1989 aus Rumänien eingewanderten und seither in Lausanne als Buschauffeur tätigen Marius Daniel Popescu lauschen: wohl wissend, dass der Zauber des Textes verfliegen würde, müsste man ihn selber lesen und hörte man nicht in der rauen Stimme des Autors die Wälder Transsilvaniens rauschen. Für seinen Erstlingsroman ‘La symphonie du loup’, den er leider, wie er sagte, nicht erst bei 900 Seiten, sondern schon auf halber Strecke habe abschließen müssen, wurde er jüngst mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet. Seine geradezu in schamanischer Trance vorgetragene Prosa handelt von nichts und allem, sie befasst sich mit dem Leben und dem Nonsens, sie legt literarisch Zeugnis ab von der rumänischen Diktatur und verwandelt Biografie in Literatur. ‘La poesie est partout’, sagt er und träumt nicht mit Flaubert von einem Roman über nichts, sondern von einem Buch, das nie endet.”

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