Das war zu erwarten

Bundesrätin Widmer-Schlumpf trennt sich von Livio Zanolari, den Informationschef des Justiz-Departementes – und zwar per sofort. Im „gegenseitigen Einverständnis“, wie das Departement sagt…
Eine Begründung lieferte weder das Departement noch Widmer-Schlumpf. Und Zanolari darf nichts sagen.
Nun ja, Widmer-Schlumpf hat ein seltsames Verhältnis zur Informationspolitik. Ihr Verhalten gegenüber der Öffentlichkeit ist einer freien Demokratie nicht würdig.
Zanolari wird durch eine passende Frau von der CVP-Frau ersetzt.

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Schweizer Buchpreis im November 08

Der Schweizer Buchpreis kommt definitiv: Die neue nationale Auszeichnung ist mit 50′000 Franken dotiert und wird erstmals am Buch- und Literaturfestival «buch.08» in Basel im kommenden November verliehen.
Vergeben werden soll der Buchpreis für ein herausragendes erzählerisches oder essayistisches Werk, zunächst in deutscher Sprache. Lanciert haben den Preis der Verein Literaturfestival Basel und der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV), wie die beiden Organisationen am Mittwoch in Basel bekanntgaben.
Die Idee eines Schweizer Buchpreises ist nicht neu: Diskussionen darüber habe es schon lange gegeben, sagte Urs Breitenstein, bis vor kurzem Präsident des SBVV. Nun hätten sich aber der Trägerverein des Basler Festivals mit Verleger Egon Ammann an der Spitze und der SBVV entschlossen, den Preis zu schaffen

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Wagner beherrscht die Feuilletons

Wolfgang Wagner tritt ab. Für die Feuilletonisten ein gefundenes Fressen – oder die Gelegenheit mit dem designierten Halbschwestertandem Süßholz zu raspeln.
Hans-Jürgen Linke freut sich ganz doll, dass endlich mal Frauen Chefinnen in Bayreuth werden – und auch sonst mag Linke absolut nichts Negatives sagen:

„Insofern ist die Tandem-Lösung, die Wolfgang Wagner den Weg zum freiwilligen Rücktritt geebnet hat, eine romantische Lösung. Sie bricht Regeln, indem sie ihre Kontinuität verbürgt, sie ist mehrdeutig, lässt divergierende Einschätzungen zu und widerlegt keine. Sie ist wie der Tristan-Akkord, in den Raum gestellt als harmonisches Wir-werden-schon-sehen. Eine Emanzipation der Dissonanzen, wie Arnold Schönberg sagte, ohne Strebewirkung, richtungslos und ohne klare Entscheidung. Den harmonischen Kontext wird man erst hören, wenn es weitergegangen ist.“

Christine Lemke-Matwey sieht die Bayreuth-Nachfolgeregelung etwas anders als die Kollegen:

„Das Geschäft bleibt bis auf Weiteres in der Familie. Am Persönlichkeitsfaktor indes werden die beiden Mädels noch arbeiten müssen. Eva, die Kultur-Managerin, ist eine Frau der zweiten Reihe und bislang wenig aufgefallen, und Katharina, die Jung-Regisseurin, hat zwar eine erstaunlich tiefe Stimme und schnelle, freche Schnauze, sehr viel mehr indes noch nicht zu bieten. Aber da ist ja auch noch der Dritte im Bunde, der Dirigent Christian Thielemann, der der kleinen Kathi den Steigbügel hält und ohne den sie nie so weit gekommen wäre…“

Manuel Brug kommentiert den Abgang des greisen Wolfgang Wagners und erhofft sich vom designierten Halbschwesternpaar versöhnliche Impulse in Richtung Cousine:

„Warum sollte es – wenn sich die familiären Wogen aus Enttäuschung und Intrige einmal geglättet haben – nicht zu einem Einbezug Nike Wagners in Bayreuth kommen? Sie ist eine kluge, gern provozierende Wagner-Grande-Dame, die man als optische Wiedergängerin Cosimas gerne Symposien leiten und kluge Essays verfassen sähe.“

Joachim Güntner will die Geschichte der Bayreuther Wagners entwirren.

Mit einem Fax an Toni Schmid, den Vorsitzenden des Stiftungsrats der Bayreuther Festspiele, hat Wolfgang Wagner am Donnerstagabend seinen Rücktritt erklärt. Bis spätestens zum 31. August diesen Jahres wolle er die Leitung der Richard-Wagner-Festspiele niederlegen, heisst es in dem Schreiben, das Schmid gestern an einer Pressekonferenz in Bayreuth verlas. 59 Jahre, schreibt der Herr des Grünen Hügels, habe er Verantwortung getragen, nun halte er es «für an der Zeit, diese abzugeben». Kein Zweifel blieb, dass Wolfgang Wagner erst die gemeinsame Bewerbung seiner Töchter Eva und Katharina bewogen hat, sein Amt loszulassen. Gleichsam als Entscheidungshilfe für alle, die nun die neue Festspielleitung zu bestimmen haben, hält Wagner fest, dass ihn die «Qualität» der Bewerbung (also nicht bloss die aus väterlicher Sicht erfreuliche Kooperation) seiner Töchter überzeuge.

Reinhard J. Brembeck ist entzückt über die Rücktrittserklärung Wolfgang Wagners und blickt optimistisch in die Zukunft:

„Eine Lösung, die nicht nur für Wolfgang Wagner und für den Großteil der im Stiftungsrat vertretenen Fraktionen (Bund, Bayern, Bayreuth, Festspielfreunde, Wagner-Familie) tragbar ist, sondern auch künstlerisch überzeugt. Weil sie den Realitäten eines Festspielbetriebs im 21. Jahrhunderts entspricht. … Nur auf den ersten Blick erscheint sie als dynastisch und politisch motiviert. Diese Lösung, die eine Sängerexpertin (Eva) mit einer bekennenden Regietheaterfrau (Katharina) zusammenspannt, markiert vor allem eine Neuorientierung im Operngeschäft, die derzeit in ganz Deutschland zu beobachten ist.“

Julia Spinola glaubt im Rücktritt Wolfgang Wagners eine Komödie zu erblicken.

Wolfgang Wagner ist nicht nur ein kluger Taktiker, er hat auf der Bühne des Lebens auch jenen Sinn für dramatische Effekte, den er als Regisseur, zumindest in seinen späten Inszenierungen, auf der Bühne des Festspielhauses durchaus vermissen ließ. Kurz vor der Bayreuther Stiftungsratssitzung verbreitete sich die Nachricht seines angekündigten Rücktritts. In unmittelbarem Anschluss an die bevorstehende Festspielsaison werde er sich von seinem Amt als Leiter der Richard Wagner Festspiele zurückziehen. Nach zweiundvierzig Jahren der alleinigen Herrschaft über den Grünen Hügel soll die Ära Wolfgang Wagner endgültig zu Ende gehen.

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