Der Tod steht ihr gut

Der Leiche, meine ich. Sandra Danicke meint in Gregor Schneiders Kunstschaffen eine Abwärtsbewegung zu erkennen und mag sich nicht wundern übers seine Absicht, einen Sterbenden im Kunstmuseum zu installieren. Schon Schneiders Aktion im vergangenen Jahr in Berlin war nicht nach Danickes Geschmack. Schneider hat Statisten und Künstler vor der Staatsoper Schlange stehen lassen – um ihnen mitzuteilen, dass eben dieses Schlangestehen die Performance gewesen sei, um die zu sehen sie angereist und angelaufen gekommen waren.

„Die Anwesenden waren düpiert. Kenner von Konzept- und Aktionskunst konnten nur müde lächeln. Eine ähnliche Aktion hatte Maurice Lemaitre bereits 1951 durchgeführt, von John Cages 4′33-Stück gar nicht zu reden.“

Danicke ist davon überzeugt, dass Schneider Sterbende finden wird, die er zur Schau stellen kann. Auch an Schaulustigen werde es nicht mangeln.

Menschen womöglich, die ihre eigenen Verwandten nicht in den Tod begleiten möchten, im Rahmen der Kunst jedoch gerne mal eine Ausnahme machen.

Für die Sterbekunst

Veröffentlicht in Gesellschaft. Schlagworte: , , . Kommentar schreiben »