Karl der Kühne

In einem Interview erläutert der Historiker André Holenstein, warum die Burgunderbeute und die Siege über Karl den Kühnen als Sündenfall in die kollektive Erinnerung eingegangen sind.
Die Berichte der Chronisten, die von “einfältigen Eidgenossen”, weil sie die köstlichsten Perlen und Edelsteine für ein Spottgeld verkauften, werden von Holenstein bestätigt.
So war es. Die Beute von Grandson war von einem Reichtum, wie ihn die Eidgenossen noch nie gesehen hatten: Kirchengeräte, Teppiche, Waffen, Edelsteine, Schmuck – was sollte man damit tun, wie sollte man diese Beute teilen? Auch deshalb wurde viel verkauft, weil sich Geld einfacher teilen liess. Schon von Anfang an wird die Burgunderbeute deshalb zu einem Symbol für die Gefahr der Verführung durch Luxus und Reichtum, für Sittenverderbnis und Korruption.
Thomas Widmer sieht in Karl dem Kühnen einen der edelsten Ritter Europas.

Herzog Karl der Kühne (1433—1477) wollte sein Burgund zur Grossmacht und sich selber zum König aufbauen. Die Feindschaft mit Frankreichs Herrscher bremste ihn. An den Hellebarden der Schweizer ging er zugrunde. Nun wird Karl in einer Ausstellung als EU-Pionier gefeiert.

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