Schon im Roman «Des Teufels Werk» spielte der Krieg eine Rolle. Im neuen Roman „Der Schatten des Chamäleons“ von Minette Walter stehen die verheerenden Kriegsfolgen für den jungen Leutnant Charles Acland im Mittelpunkt. Einfühlsam beschreibt sie die Schmerzen und Seelenqualen des bei einem Bombenanschlag im Irak verwundeten und grausam entstellten Soldaten, schildert den Wandel eines freundlichen Menschen zum aggressiven Finsterling. Acland, schwer verletzt und gezeichnet, gerät in London nach einer Reihe von Morden unter Verdacht. Er wird verhaftet, nachdem er einen Pakistani verprügelt hat und seine Ex-Verlobte Jen behauptet hat, er habe sie vor seiner Abreise in den Irak vergewaltigt. Der abweisende Acland findet einen Fürsprecher in der resolute Ärztin Jackson, die ihm klarmacht, dass er sich seiner Vergangenheit stellen muss. Sein Psychologe ist verunsichert; ist Acland ein Psychopath?
Walters ist mit «Der Schatten des Chamäleons» ein spannender Thriller mit überraschenden Wendungen und faszinierenden Einblicken in die Psyche der Soldaten des Irak-Kriegs gelungen. Ein Krimi mit einer überraschenden Lösung, ein Krimi aber auch, der der Lebensgeschichte des vom Krieg Gezeichneten nicht gewachsen ist.


