Tötungsmaschine für Deutschland

Sterbehilfe ist ein gefährliches Thema – vor allem in Deutschland. Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit und unter unsäglichen Schmerzen leiden, ziehen es vor, der unbarmherzigen, kalt berechnenden „Pflege“, welche Staat und Gesellschaft für sie vorgesehen hat, zu entfliehen und den Freitod zu wählen. Der Freitod aber ist verpönt – und Hilfe zum Freitod verboten. Darum hat der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch einen „Tötungsautomaten“ vorgestellt.

Kernstück ist ein handelsübliches Infusionsgerät, in das zwei Spritzen eingesetzt werden. Über ein Kabel ist das Gerät mit einem Knopf verbunden, den der Sterbewillige in die Hand bekommt und selbst drücken muss. Dann fließt zunächst ein Narkosemittel und kurz darauf tödliches Kaliumchlorid in seine Venen. Dies dauere vier Minuten, der Tod trete aber früher ein, sagte Kusch. Der Patient verliere binnen Sekunden das Bewusstsein.
Die benötigten Substanzen und zwei Ärzte stünden bereit. Diese würden vor der Sterbehilfe ein Gutachten erstellen, das verbindlich sei. Rechtlich gesehen leistet Kusch nach eigenen Angaben damit lediglich Beihilfe zum Suizid, und die ist in Deutschland straffrei.

Der „Tötungsautomat“ ist der neuesten Methode der DIGNITAS – Plastiksack über den Kopf ziehen und mit Helium füllen – vorzuziehen.

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Interview mit ex-Muslim Magdi Allam

„Der Westen ist ein schwacher Gegner,“ sagt Magdi Allam, der in der Osternacht von Benedikt XVI. getauft worden ist. Sein Name ist jetzt „Cristiano“. Weil er sich mehrfach für Israel und einen moderaten Islam aussprach, gehören Morddrohungen und Polizeischutz seit fünf Jahren zu seinem Alltag. Magdi Allam warnt vor einem Siegeszug des Islam. Er tut dies eindringlich, so eindringlich wie Geert Wilders, nur mit anderen Mitteln, anderen Worten.

Wir als Westen stehen mit den Islamisten in einem Kampf um unsere Kultur und unsere Freiheit. Wir können diesen Kampf nur gewinnen, wenn wir die Angst besiegen und uns wieder unserer selbst bewusst werden, das heißt: Wir müssen uns an unsere Werte und unseren Glauben erinnern. Darin unterstützen mich meine Leser und all die Menschen, die mir nach meiner Taufe SMS und E-Mails geschrieben haben und mich bestärken. Wenn es die Radikalen schaffen, uns starr vor Angst zu machen, dann haben wir verloren.

Anthony Minghella ist tot

Der englische Oscar-Preisträger und Regisseur Anthony Minghella ist tot. Er sei im Alter von 54 Jahren gestorben, teilte sein Agent am Dienstag mit. Minghella hatte 1997 für das Filmdrama „Der Englische Patient“ den Oscar als bester Regisseur bekommen.An dem Film „Der Vorleser“, der derzeit noch im Dreh ist, war er als einer der Produzenten beteiligt. Für den Film „Der talentierte Mr. Ripley“ schrieb er das Drehbuch und führte Regie.

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Das ungebrochene Interesse am Buch

Die Leipziger Buchmesse stand bisher im Schatten ihrer grossen Schwester, der Frankfurter Buchmesse, doch jetzt ist sie dabei, aufzuholen – und wie.
Silke Bartlick berichtet aus Leipzig

„Weniger der Handel mit Lizenzen als vielmehr die Debatte über Inhalte dominiert diese Messe. Allein 370 Lesungen, Workshops und Aktionen richten sich direkt an ein junges Publikum. Man betreibe aktive Leseförderung, heißt es seitens der Messeleitung. Dass das Konzept aufgeht, beweisen alljährlich zahllose Besucher unter 18 Jahren, die in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn japanische Zeichner ihre Mangas signieren und die brav Prospekte einsammeln oder auf Hallenböden kauern – versunken in ein eben erworbenes Buch. Leser, die übers Jahr auch Geld an den Kassen deutscher Buchhandlungen lassen und damit zu einer bemerkenswerten Umsatzsteigerung beigetragen haben: „Im Jahre 2007 ist auf den Hauptvertriebswegen, also, das meint den Buchhandel, den Sortimentsbuchhandel, den stationären Buchhandel, Warenhäuserbereiche, E-Commerce, also auf den Hauptvertriebswegen ist der Umsatz des Buches um 3,9 Prozent gestiegen. Das ist eine unglaubliche Zahl für den Buchhandel“, sagt Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.“

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Essay-Wettbewerb „Im Sog der Metropolen“

Zum Wettbewerb sind Leser im Alter von 15 bis 19 Jahren aufgerufen. WELT ONLINE und ThyssenKrupp suchen Lösungen für die Zukunft von Großstädten mit ihren vielen Millionen Einwohnern. Die Fragen: Wie könnten die Menschen zusammenleben, der Verkehrskollaps bewältigt, die Gesundheit verbessert werden?
Leider hat Ulli Kulke die Wettbewerbsbedingungen nicht publiziert.

„Wo bitte geht’s zu Gott?…“

Das Ferkel muss nicht schweigen, es darf weiter fragen. Das sagt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Antisemitisch ist sie nicht, die Antibibel verfasst von dem Philosophen Michael Schmidt-Salomon. Nachgerade aufklärerisch ist das Buch nicht. Von einem Beitrag zur Erziehung zur Toleranz kann keine Rede sein. Dazu ist es in seinem Urteil zu pauschal und tut jeden monotheistischen Glauben als „faulen Zauber und Hokuspokus“. Doch sei’s drum: auf den Index gehört es nun wahrhaftig nicht. Die Eltern müssen entscheiden, ob sie ihren Kindern das „Werk“ anbieten wollen oder nicht.

War Homer Eunuch?

Für Raoul Schrott, der mit seinen These, Homer sei aus dem Orient gekommen, bereits einen heftigen Streit entfacht hat, schon. Hier finden Sie das Kapitel „Homers Heimat. Der Kampf um Troja und seine realen Hintergründe“. Darin geht es nicht nur, aber vorwiegend um Phallussymbole.

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Die Launen des verliebten Goethe

Vielleicht hätte er es doch lassen sollen, der Martin Walser, der sich für seinen neuen Roman „Ein liebender Mann“ an Goethe überhoben zu haben scheint. Thomas Mann wollte es tun, Martin Walser hat es getan.
Tilman Krause hat sich eingehend mit dem Buch, den Ereignissen darin und den Figuren befasst. Er schreibt:

Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Eine Geschichte mit „schauerlich-komischen, hochblamablen, zu ehrfürchtigem Gelächter stimmenden Situationen“ sah Thomas Mann in der berühmten letzten Liebe des alten Goethe zu der 54 Jahre jüngeren Ulrike von Levetzow, die ihm einen Korb gab. Die „Tragödie des Meistertums“ gar wollte er an dieser Episode im Leben Goethes, die durch die daraus gewonnene „Marienbader Elegie“ auch Literaturgeschichte machte, darstellen – und schrieb dann doch lieber die Novelle „Der Tod in Venedig“.
(…)
„Ein liebender Mann“ datiert den Tod der Ulrike von Levetzow auf das Jahr 1900 statt 1899, es nennt Knebel Goethes „Erzfreund“, obwohl der ihn „Urfreund“ nannte. Es behauptet, Goethe sei nie in Berlin gewesen, wo dieser 1778 eine knappe Woche verbrachte. Und es schreibt die berühmte Formulierung über Napoleons befohlene Erschießung des Herzogs von Enghien, sie sei „mehr als eine Verbrechen, nämlich ein Fehler“ gewesen sei, dem „Polizeiminister Fouqué“ zu, obwohl dieser Polizeiminister Fouché hieß, der den Satz aber gar nicht sagte (sondern Talleyrand). Wahrlich, hier hat jemand ganze Arbeit geleistet.
Doch das sind letztlich Kleinigkeiten. Viel ärgerlicher und den guten Eindruck des ersten von drei Teilen verderbend ist der stilistische Bruch, der sich durch dieses Buch zieht von dem Moment an, wo Walser den Goethe gibt. Er kann es nicht, und wenn er es schon tun muss, so hätte er vielleicht doch etwas intensiver studieren sollen, wie Thomas Mann dies vorgemacht hat, von dem Walser das Schluss-Motiv, Goethes Erwachen mit Erektion, übernimmt. Über sechs lange Kapitel hatte sich Thomas Mann seinerzeit in „Lotte in Weimar“ zu seinem Goethe-Ich vorgearbeitet, wissend um die unerhörte Kühnheit seines Unterfangens, die er gerade darum so glanzvoll bestand.
So bleibt denn „Lotte in Weimar“ der eine, einzige Ausnahmefall der deutschen Literatur, in dem ein Nachgeborener dem Alten von Weimar kongenial zu werden vermochte. Martin Walser schafft es ansatzweise. Er schafft es, solange er komisch sein kann. Tragik, Schmerz, Verzicht und Sublimationskultur: Das geht wohl doch über seinen Horizont. „

Er ist der erste, der nicht restlos begeistert von Marin Walsers neuem Werk ist.