Er scheint unberührt, fast kalt zu sein, Jonathan Littell, der Autor des Romans „Die Wohlgesinnten“ bei seinem ersten Auftritt in Berlin. Interviewt wurde er von Daniel Cohn-Bendit.
„Während Daniel Cohn-Bendit die erste Frage formuliert, greift Jonathan Littell auf der Bühne des Berliner Ensembles zum Feuerzeug, entzündet ein Zigarillo und hüllt sich in eine Rauchwolke. Aber den größten Teil des Abends wird er mit verschränkten Armen und übereinandergeschlagenen Beinen dasitzen. Wacher, ironischer Blick aus hellen Vogelaugen, markante Nase, schwarzer Anzug, offener weißer Hemdkragen, später kommen noch ein braunes Hütchen und ein schwarzer Ledermantel hinzu: ein bisschen der junge Beckett, ein bisschen der junge Belmondo. Das Feuerzeug wird er nachts in einem Club plötzlich vermissen. Er durchwühlt seine Taschen, will im Restaurant anrufen, in dem er vorher gegessen hatte, und muss feststellen, dass sein Handy keinen Empfang hat. In Jonathan Littells Gesicht zeichnet sich größte Besorgnis ab, Besorgnis an der Grenze zur Panik.“
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