Rezension des Romans „Die Wohlmeinenden“

Der Schriftsteller Georg Klein rezensiert auf einer ganzen Seite unter dem Titel „Die Bosheit der Toten“ Jonathan Littells Roman „Die Wohlmeinenden“ und klagt:

„Was bedeutet es für uns, wenn sich ein wie wir Nachgeborener aus der Fülle des recherchierbaren Materials die Haut eines solchen Erzählers schneidert? Wer sich derart drastisch kostümiert, wird sich als Autor auf eine besondere Weise entkleiden. Und wer ihm wie ich als gläubig imaginierender Leser gefolgt ist, hat Anteil an dieser Entblößung. Dies gilt vor allem für unser zeitgenössisches Verhältnis zum Bösen. Die Bannung, die Historie und Literatur eine gewisse Zeit lang anzubieten hatten, beginnt offensichtlich zu schwächeln. Das historische und das historisierende literarische Erzählen haben zermürbt, was sie eine Zeitlang in Stand hielten und immer noch in Stand halten sollen.“

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