Anschlag auf die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts

Christoph Becker, Direktor des Zürcher Kunsthauses und Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Sammlung E. G. Bührle. In einem Essay legt er dar, welchen Stellenwert die dem Bührle-Museum gestohlenen Werke und die Sammlung insgesamt im Zusammenhalt mit der schweizerischen Museumslandschaft besitzen.

Zur Definition eines Museums gehört, dass es öffentlich zugänglich ist. Und jedes Museum, das Besucherinnen und Besucher empfängt, erfüllt den Auftrag, die Kunst zu zeigen und sie dem Betrachter nahezubringen. Damit ist ein Risiko verbunden, das durch technische Massnahmen und durch geschultes Personal reduziert, minimiert, jedoch nie vollkommen ausgeräumt werden kann. – Der materielle Wert eines Kunstwerks oder einer Sammlung lässt sich annäherungsweise festlegen, aber jedes einzelne Kunstwerk ist einmalig und unwiederholbar. Die Berichte und mehr noch die beklemmenden Bilder der leeren Museumswände im Haus der Stiftung Sammlung E. G. Bührle führen vor Augen, in welchem Ausmass die Sammlung getroffen wurde. Degas, Monet, van Gogh, Cézanne. Jedes der geraubten Bilder ist von höchstem ästhetischem und kunsthistorischem Rang.

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