oder „Das mondäne Leben im Nationalsozialismus“ von Fabrice d’Almeida. Als mir der Titel ins Auge sprang, schoss mir der Gedanke, „schon wieder ein Buch, das Welt nicht braucht“ durch den Kopf. Fabrice d’Almeida folgt Autoren wie George Mosse und Emilio Gentile, die mit ihrer These vom Faschismus als „politischer Religion“ die Forschung beeinflussen. Er zementiert die These der Verführung aus und macht eine kleine Gruppe an der Spitze der damaligen „Gesellschaft“ aus, die sich zur Unterstützung eines verbrecherisches System hat locken lassen.
Er beschreibt, die Nazis, der sich die Umgangsformen der „Elite“ zunutze machten bis sich aus der „Elite“ und den Nazi-Bonzen ein Jetset des Dritten Reiches formierte.
D’Almeida greift auf die veröffentlichten Memoiren der Kammerdiener und Sekretärinnen Hitlers zurück und vermixt diese mit dem, was er den Archiven zu entnehmen in der Lage ist, analysiert eine Namensliste, die Fritz Reinhardt im Juni 1938 auf Goebbels Wunsch zusammengestellt hat.
Die Liste enthält Namen wie z.B. Hans Albers, Käthe Dorsch, Gustav Gründgens und Heinrich George, aber auch Wilhelm Furtwängler. Sie, die Künstler, die hohen Militärs und die Aristokratie sollen außerordentliche Steuerprivilegien vom Deutschen Staat erhalten haben, wurden zu rauschenden Festen eingeladen, mit wertvollen Geschenken überhäuft, ließen sich korrumpieren und akzeptierten wissentlich den Holocaust.
Grundsätzlich neue Erklärungen zur Entstehung und Etablierung des Nationalsozialismus bringt d’Almeida, obwohl er es im Vorwort ankündigt nicht.
Mein Eindruck hat mich nicht getäuscht; „Hackenkreuz und Kaviar“ ist ein Buch, das die Welt nicht braucht.


