Cicero (106–43 v. Chr.), Anwalt und aktiver Politiker, war zugleich philosophischer Schriftsteller und Theoretiker der Rhetorik. Er hat seine Hauptaufgabe darin gesehen, griechische Philosophie (Platon, Aristoteles, Stoa) in Rom heimisch zu machen und zu zeigen, dass Philosophie ein besonders intensives und diskussionsoffenes und -freudiges Erforschen der Wahrheit ist, das sich nicht mit einen sogenannt gesicherten Wissen einer bestimmten Lehrmeinung zufrieden geben darf.
Cicero hat seinen nur fragmentarisch erhaltenen Dialog „De re publica“ in den Jahren 54–52 verfasst. Der Text macht auf den ersten Blick einen heterogenen Eindruck. Er enthält beispielsweise neben einer erwartungsgerechten Diskussion über ,gute‘ und ,schlechte‘ Verfassungsformen eine für uns nicht mehr nachvollziehbare philosophische Rechtfertigung der Herrschaft Roms über den Rest der Welt, einschließlich der damit verbundenen Kriege, sowie mit dem abschließenden Somnium Scipionis einen Blick auf die Grenze des antiken Kosmos, von dem aus die terrestrische und mit ihr die politische Welt, die doch im Zentrum des Buches stehen, ohne jede Bedeutung sind.
Alfons Reckermann: Cicero, De re publica – Vom Gemeinwesen. Reclam Verlag, Stuttgart 1986
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1. Februar 2008 um 11:47
[...] re publica [...]
2. Februar 2008 um 13:46
Merci!