Der Briefwechsel dokumentirt das Zusammenwirken von Autor und Verleger und verweist gleichzeitig auf die literarische Entwicklung der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Da ist einmal Peter Weiss, der 1916 geborene Emigrant, der in Schweden wohnte und sein erstes Buch in deutscher Sprache 1960 veröffentlichte. Weiss begann als experimenteller Erzähler und Dramatiker, schuf später eine eigene Form des politisch engagierten Theaters und vollendete kurz vor seinem Tod 1982 Roman-Essay über die Kämpfe gegen die Epoche des Faschismus. Und dort ist der Verleger Siegfried Unseld, der verantwortlich für den Suhrkamp Verlag war und der alles daran setzte Werke experimentierender Autoren zu veröffentlichen und auf den Markt zu bringen und dafür zu sorgen, dass sich Leser für sie fanden.
Am Ende dieser literarischen Partnerschaft blieb nur Verbitterung. Die letzten Briefe, die zwischen den beiden so ungleichen Männern hin und her gingen, dokumentieren eine tiefe Enttäuschung. Nach zwanzig Jahren einer fragilen, immer wieder von Argwohn verdunkelten Freundschaft mussten Peter Weiss und Siegfried Unseld erkennen, dass die gegenseitige Entfremdung nicht mehr aufzuhalten war. Zu gross war der Gegensatz zwischen dem selbstquälerisch-vergrübelten, in seine Selbstbeobachtungsmanien verstrickten Schriftsteller und Maler aus Stockholm und dem stets enthusiastischen, die literarische Welt mit seiner Dynamik bestürmenden Verleger aus Frankfurt.


