Wahlkampf 1919 – härter als 2007

Die Medien versuchen uns weiszumachen, 2007 finde der “härteste”, “niederträchtigste”, “gemeinste” etc. Wahlkampf aller Zeiten statt. Doch das ist hanebüchener Unsinn:
1919 wurde der Nationalrat erstmals nach dem Proporzverfahren gewählt, was eine stark veränderte parteipolitische Zusammensetzung des Parlamentes nach sich zog. Wahltag war der Sonntag, 26. Oktober 1919. Der eigentliche Wahlkampf beschränkte sich in etwa auf die beiden letzten Wochen vor dem Wahltag. Wer glaubt, so etwas wie den Wahlkampf 2007 habe es noch nie gegeben, sollte einmal einen Blick in die Presse, zum Beispiel ins Zofinger Tagblatt des Jahres 1919, werfen …
Kurt Blum hat das getan und und schreibt:

    Den Nationalratswahlen von 1919 (1918 fand der Generalstreik statt) kam vorab wegen zwei grundsätzlichen Punkten eine entscheidende Bedeutung zu: Zum ersten Mal wurde das eidgenössische Parlament nach dem Proporzsystem erkoren und erstmals bildete jeder Kanton einen einzigen Wahlkreis (vorher galt das Majorzvefahren und die Kantone konnten in selbstständige Wahlkreise aufgeteilt werden). Für die FDP des Bezirks Zofingen war aber ein weiterer Punkt auch noch von grosser Tragweite (ZT vom 15. Oktober 1919): <i>«Für alle freisinnig Denkenden gilt es vor allem mitzuhelfen, die Position des Bürgertums zu festigen und entschlossen Front zu machen gegen den Umsturz, auf den nach wie vor der Kompass der sozialdemokratischen Führerschaft eingestellt ist.» </i>Diese titulierte man als «bolschewistische Katastrophenpolitiker».
    «Das Fieber der Wahlpolemik bei den Sozialdemokraten ist so hoch gestiegen, dass ihre Presse bereits unter Wahnvorstellungen leidet; ZT vom 17. Oktober 1919.» – «‹Die Reaktion erhebt ihr Haupt!› ist das neueste Schlagwort der sozialdemokratischen Blätter geworden und bürgerlich links stehende Blätter stimmen in den Chor ein. Wer den roten Forderungen sich nicht mit Haut und Haar verschreibt, wer überspannten Forderungen entgegen tritt, wer den Achtstunden-Tag nicht in den höchsten Tönen als höchste Errungenschaft der Menschheit lobpreist, wer dafür hält, dass auch der Staat die Grundsätze eines gesunden Haushaltes nicht ausser Augen lassen dürfe, und wer endlich daran glaubt, dass von den Gütern dieser Welt nicht mehr verteilt werden kann, als erarbeitet worden: der ist ein Reaktionär. Und dieser Bannfluch trifft jeden, der dieser seiner Überzeugung Wort verleiht; ZT vom 20. Oktober 1919.» Es sei übrigens merkwürdig, dass das Wort «Reaktion» auf politischem Gebiet so sehr zur abschreckenden Vogelscheuche habe werden können. Werde eine Reaktion doch auf einem andern Gebiet als willkommenes Zeichen der Besserung begrüsst. Auch die Ärzte würden bekanntlich von Reaktion sprechen.
    «Von Hunger, Nacktheit, Obdachlosigkeit faselt das sozialistische Wahlflugblatt, das gegenwärtig in Massen im Lande herum verbreitet wird. Wo sind die Hungernden? Wo die Nackten und wo die Obdachlosen? Gewiss nicht in der Schweiz. Man findet sie in Massen nur dort, wo der Sozialismus, der Bolschewismus, der Kommunismus zum Regiment gekommen sind und als herrlichste Errungenschaft der neuesten Zeiten das Erlöschen jeglicher Kultur, das Erstarren alles menschlichen Fühlens, den blutigen Terror, Massenraub, die Schändung aller guten Triebe hervorbrachten; ZT vom 21. Oktober 1919.»
    «Der sozialistische ‹Freie Aargauer› schimpft die vaterländisch gesinnten Arbeiter, die Grütlianer, in gemeiner Art Verräter. Es kommt dieser Herzenserguss einer Scharfmacherkreatur zur rechten Zeit. Mit dem Stimmzettel werden alle vaterländisch gesinnten Arbeiter diese Schmähung quittieren. Vaterländisch gesinnte Arbeiter, Grütlianer, keiner lege die sozialistische Liste ein, die sich von einem Putschisten anführen lässt; ZT vom 22. Oktober 1919.»
    <i>«Bauer heraus! Wie sind in der roten Presse die Bauern verunglimpft, verlästert, wie ist das übrige Volk gegen sie aufgehetzt worden, immer und immer, seit langen, langen Jahren! – Am Sonntag soll Abrechnung gehalten werden! Fort, nieder mit denen, die dem Bauer, dem ältesten und geplagtesten Arbeiter, den gerechten Lohn nicht gönnen mögen! ZT vom 23. Oktober 1919.»</i>
    Die SP kam auf 168 299 Stimmen, die FDP auf 151 564, die KK (CVP) auf 148 262, die Bauern (SVP) auf 119 283 und die Grütlianer auf 16 860. Die 12 Aargauer Sitze wurden wie folgt verteilt: SP 3, FDP 3, CVP (KK) 3 und SVP (Bauern) 3.
    Der Wahlkampf ging auch nach dem Wahlsonntag noch etwas weiter. So ist im ZT vom 31. Oktober 1919 zu lesen: «Der Oberpolterer am Aarauer Sozialistenblatt, dem ‹Freien Aargauer›, speit Wut und Galle gegen unsere Wahlbetrachtungen …»

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Preisüberwacher greift BR Couchepin an

Eigentlich hat er mit der Veröffentlichung des Papiers warten wollen, der schweizerische Preisüberwacher Rudolf Strahm, denn das Papier enthält Brisantes, für Bundesrat Couchepin wenig Schmeichelhaftes. – Und es bestätigt meine Thesen.

Couchepin ist krank

“Wenige Tage vor den Wahlen hält Preisüberwacher Rudolf Strahm ein brisantes gesundheitspolitisches Papier in der Hinterhand. In einem bislang unveröffentlichten Dokument, das dem «Sonntag» vorliegt, lässt sein Amt kein gutes Haar an der Medikamentenpolitik des Bundes: «Der Staat unterwirft einen immer grösseren Teil des Marktes der Verschreibungspflicht und entzieht diesen damit dem freien Marktgeschehen.» Das wirke enorm treibend auf die Krankenkassenprämien.
Schleichend werde der durch die soziale Krankenversicherung finanzierte Anteil des Medikamentenmarktes ausgedehnt, heisst es in dem Papier (siehe Tabelle). «Die Krankenkassen sind dank der aktuellen Regelung der Übernahme der Medikamentenkosten zur weitaus wichtigsten Finanzierungsquelle der Pharmaindustrie geworden. Der Pharmamarkt ist zu einem grossen Selbstbedienungsladen verkommen, in dem sich alle, insbesondere auch die Anbieter, frei bedienen können. In diesem Self-Service ohne direkte Zahlungsverpflichtung scheinen Leistungserbringer ebenso wie die Patienten ihr Glück zu finden.»
Der Bund verstoße damit gegen das Prinzip einer angemessenen und zweckmässigen Versorgung zu möglichst günstigen Preisen, welche vom Krankenversicherungsgesetz postuliert wird. Mitschuldig an dieser Entwicklung sei das Departement Couchepin, findet der Preisüberwacher:
> Der Gesundheitsminister lege die geltenden Zulassungskriterien in einer allzu anbieterfreundlichen Weise aus. «Das im Gesetz festgehaltene Wirtschaftlichkeitskriterium wird schlicht nicht umgesetzt.»
> Das Bundesamt für Gesundheit nehme viele Medikamente ohne jeglichen therapeutischen Mehrwert in die Kassenpflicht auf – und das, obwohl sie nicht günstiger seien als bereits eingetragene Präparate.
> Die von Couchepin verordneten Preissenkungen seien «im besten Fall als Symptombehandlung», aber wohl eher «als Alibiübung» zu werten. Die Pharmaindustrie habe die erzielten Einsparungen zunichte gemacht, indem sie alte Präparate durch neue, weitaus teurere ersetzt habe. Damit hätten sie die Limiten von Couchepins Vorgehensweise aufgezeigt. Ein Paradigmawechsel erscheine deshalb notwendig.
Eine härtere Gangart verlangt Strahm in erster Linie bei der Zulassung von Arzneien zur Kassenpflicht.
> Präparate, die ein erfolgreiches Originalprodukt ohne eigene therapeutische Innovation nachahmen, sollen nicht mehr auf die Liste kassenpflichtiger Arzneien aufgenommen werden.
> «Scheininnovationen» – alte Medikamente, welche die Pharmahersteller leicht verändert, aber oft zu einem klar höheren Preis neu lancieren – will Strahm aus der Grundversicherung verbannen. Und zwar, indem die Hersteller gezwungen werden, den von ihnen behaupteten therapeutischen Mehrwert einer neuen Arznei klinisch nachzuweisen – so, wie das Deutschland, Grossbritannien und Schweden vormachen.
> Die Rekursmöglichkeiten der Pharmahersteller bei der Zulassung zur Kassenpflicht sollen abgeschafft werden, womit das Bundesamt für Gesundheit über freiere Hand für Preisänderungen oder die Nichtaufnahme in die Liste kassenpflichtiger Präparate verfügt.
Um wie viel die Krankenversicherten mit diesen Massnahmen entlastet werden könnten, kann Strahm nicht beziffern. Er hofft aber, damit den Trend laufend steigender Medikamentenkosten zu brechen.

FüR VERäRGERUNG hat Strahms Papier im Departement Couchepin gesorgt. Offiziell heisst es zwar, das Bundesamt für Gesundheit werde die Forderungen «mit Interesse anschauen und offen überprüfen». Hinter vorgehaltener Hand verlautet jedoch, Strahm wolle Couchepin kurz vor den Wahlen dessen Erfolg im Kampf gegen zu hohe Medikamentenpreise streitig machen.
Während der Krankenkassenverband Santésuisse die Forderungen des Preisüberwachers weitgehend unterstützt, sind sie für die Pharmaindustrie «extrem». Die Industrie sei durchaus offen für gesundheitsökonomische Analysen, sagt Thomas Cueni vom Branchenverband Interpharma. Strahm gefährde aber mit seinen Vorschlägen den medizinischen Fortschritt. Vergleichende Studien zur Wirksamkeit neuer Medikamente seien zum Zeitpunkt der Einführung oft gar nicht machbar. Sie verzögerten die Einführung neuer Arzneien um mindestens zwei Jahre – so wie in Grossbritannien bereits geschehen. «Strahm macht Politik auf dem Buckel der Patienten. Werden seine Vorschläge umgesetzt, schränkt das ihre Auswahl massiv ein.»

Das schreibt Peter Burkardt im Sonntag

Ich finde Strahms Vorschläge gut. Aber ehe zur Umsetzung geschritten werden kann, muss das Personal im Bundesamt für Gesundheit ausgewechselt werden. Thomas Zeltner ist, dass haben wir aus vielen Beispielen gelernt, nicht der richtige dafür.

Saul Friedländer

Heute gäbe es vieles über ihn zu berichten. Wir heben nur das wichtigste hervor.  Im Interview mit Johanna Adorján spricht Saul Friedländer über religiösen Fundamentalismus und Marilyn Monroes Übertritt zum Judentum.
Warum hat Saul Friedländer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen.

Laudation und Dankesrede dürften morgen erscheinen.

Ein ganz normaler Tag in Darfur


Weder die UNO noch der schöngeistige UN-Menschenrechtsrat oder die europäischen Politiker rühren einen Finger, den Genozid in Darfur zu verhindern. Sie warten ab – um in zehn Jahren eine Leugnung des Genozids unter Strafe zu stellen.

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Die traurige Geschichte des Friedensnobelpreises

Das Nobelpreiskomitee, das den Friedensnobelpreis vergibt, wird nach Bekanntgabe des Gewinners nicht immer auf Anhieb verstanden. In Alfred Nobels Testament soll es heißen, wer am meisten für die Menschheit und den Frieden unter den Menschheit getan habe, solle den Friedensnobelpreis erhalten. Dieser “Definition” haftet eine Unschärfe an, die das Komitee sich zu nutzen macht. Seit den 60er Jahren würdigt das Komitee auch Einsätze für die Menschenrechte – und seit diesem Jahr würdigt es den ‘Umwelt und Klimaschütze’ Al Gore, der aufgrund eines fragwürdigen Films von sich reden gemacht hat.

[ Zum Artikel von Johannes Schweikle ]

Alle Literatur Nobelpreisträger seit 1901

  • 2007 Doris Lessing (Großbritannien)
  • 2006 Orhan Pamuk (Türkei)
  • 2005 Harold Pinter (Großbritannien)
  • 2004 Elfriede Jelinek (Österreich)
  • 2003 J.M. Coetzee (Südafrika)
  • 2002 Imre Kertész (Ungarn)
  • 2001 V.S. Naipaul (Großbritannien, geboren in Trinidad)
  • 2000 Gao Xingjian (Frankreich, geboren in China,)
  • 1999 Günter Grass (Deutschland)
  • 1998 José Saramago (Portugal)
  • 1997 Dario Fo (Italien)
  • 1996 Wislawa Szymborska (Polen)
  • 1995 Seamus Heaney (Irland)
  • 1994 Kenzaburo Oe (Japan)
  • 1993 Toni Morrison (USA)
  • 1992 Derek Walcott (St. Lucia)
  • 1991 Nadine Gordimer (Südafrika)
  • 1990 Octavio Paz (Mexiko)
  • 1989 Camilo José Cela (Spanien)
  • 1988 Nagib Mahfus (Ägypten)
  • 1987 Joseph Brodsky (USA, in Russland geboren)
  • 1986 Wole Soyinka (Nigeria)
  • 1985 Claude Simon (Frankreich)
  • 1984 Jaroslav Seifert (Tschechoslowakei)
  • 1983 William Golding (Großbritannien)
  • 1982 Gabriel García Márquez (Kolumbien)
  • 1981 Elias Canetti (Großbritannien, geboren in Bulgarien)
  • 1980 Czeslaw Milosz (USA, geboren in Polen)
  • 1979 Odysseus Elytis (Griechenland)
  • 1978 Isaac Bashevis Singer (USA, geboren in Polen)
  • 1977 Vicente Aleixandre (Spanien)
  • 1976 Saul Bellow (USA, in Kanada geboren)
  • 1975: Eugenio Montale (Italien)
  • 1974: Eyvind Johnson and Harry Martinson (Schweden)
  • 1973: Patrick White (Australien, in Großbritannien geboren).
  • 1972: Heinrich Böll (Westdeutschland)
  • 1971: Pablo Neruda (Chile)
  • 1970: Alexander Solschenizyn (Russland)
  • 1969: Samuel Beckett (Irland)
  • 1968: Yasunari Kawabata (Japan)
  • 1967: Miguel A. Asturias (Guatemala)
  • 1966: Samuel J. Agnon (Israel, in Polen geboren) und Nelly Sachs (Schweden, in Deutschland geboren)
  • 1965: Michail Scholochow (Russland)
  • 1964: Jean-Paul Sartre (Frankreich, Preis verweigert)
  • 1963: Giorgos Seferis (Griechenland, in der Türkei geboren)
  • 1962: John Steinbeck (USA)
  • 1961 Ivo Andric (Jugoslawien)
  • 1960 Saint-John Perse (Frankreich in Guadeloupe geboren)
  • 1959 Salvatore Quasimodo (Italien)
  • 1958 Boris Pasternak (UdSSR)
  • 1957 Albert Camus (Frankreich)
  • 1956 Juan Ramon Jiménez (Spanien)
  • 1955 Halldór Kiljan Laxness (Island)
  • 1954 Ernest Hemingway (USA)
  • 1953 Winston Churchill (Großbritannien)
  • 1952 François Mauriac (Frankreich)
  • 1951 Pär Lagerkvist (Schweden)
  • 1950 Bertrand Russell (Großbritannien)
  • 1949 William Faulkner (USA)
  • 1948 Thomas Stearns Eliot (Großbritannien)
  • 1947 André Gide (Frankreich)
  • 1946 Hermann Hesse (Deutschland/Schweiz)
  • 1945 Gabriela Mistral (Chile)
  • 1944 Johannes Vilhelm Jensen (Dänemark)
  • 1943 nicht verliehen
  • 1942 nicht verliehen
  • 1941 nicht verliehen
  • 1940 nicht verliehen
  • 1939 Frans Eemil Sillanpää (Finnland)
  • 1938 Pearl S. Buck (USA)
  • 1937 Roger Martin du Gard (Frankreich)
  • 1936 Eugene O’Neill (USA)
  • 1935 nicht verliehen
  • 1934 Luigi Pirandello (Italien)
  • 1933 Iwan Bunin (Russland)
  • 1932 John Galsworthy (Großbritannien)
  • 1931 Erik Axel Karlfeldt (Schweden)
  • 1930 Sinclair Lewis (USA)
  • 1929 Thomas Mann (Deutschland)
  • 1928 Sigrid Undset (Norwegen)
  • 1927 Henri Bergson (Frankreich)
  • 1926 Grazia Deledda (Italien)
  • 1925 George Bernard Shaw (Großbritannien)
  • 1924 Wladyslaw Reymont (Polen)
  • 1923 William Butler Yeats (Irland)
  • 1922 Jacinto Benavente (Spanien)
  • 1921 Anatole France (Frankreich)
  • 1920 Knut Hamsun (Norwegen)
  • 1919 Carl Spitteler (Schweiz)
  • 1918 nicht verliehen
  • 1917 Karl Gjellerup (Dänemark) und Henrik Pontoppidan (Dänemark)
  • 1916 Verner von Heidenstam (Schweden)
  • 1915 Romain Rolland (Frankreich)
  • 1914 nicht verliehen
  • 1913 Rabindranath Tagore (Indien)
  • 1912 Gerhart Hauptmann (Deutschland)
  • 1911 Maurice Maeterlinck (Belgien)
  • 1910 Paul Heyse (Deutschland)
  • 1909 Selma Lagerlöf (Schweden)
  • 1908 Rudolf Eucken (Deutschland)
  • 1907 Rudyard Kipling (Großbritannien)
  • 1906 Giosuè Carducci (Italien)
  • 1905 Henryk Sienkiewicz (Polen)
  • 1904 Frédéric Mistral(Frankreich) und José Echegaray (Spanien)
  • 1903 Björnstjerne Björnson (Norwegen)
  • 1902 Theodor Mommsen (Deutschland)
  • 1901 René Sully Prudhomme (Frankreich)
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Literatur Nobelpreis an Doris Lessing

Der diesjährige Nobelpreis für Literatur geht an die englische Autorin Doris Lessing. Das gab die Schwedische Akademie in Stockholm am Mittag bekannt. Lessing wurde gewürdigt als “Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat”.
Zu den Werken der am 22. Oktober 1919 im damaligen Kermanshah in Persien geborenen Lessing zählen unter anderem “Afrikanische Tragödie”, “Das goldene Notizbuch”, “Unter der Haut”, “Schritte im Schatten” und “Die Kluft”. Lessing gilt neben Virginia Woolf als eine der wichtigsten weiblichen Persönlichkeiten der britischen Literatur.

Besonders das 1961 veröffentlichte “Notizbuch” wird als Hauptwerk Lessings und als moderner Klassiker betrachtet. Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei politisch engagierte, intellektuelle Frauen, die sich gegen die Dominanz der Männer durchsetzen wollen. Das Buch gilt wegen dieser emanzipatorischen Thematik als Meilenstein der feministischen Literatur. In der mehr als 100-jährigen Geschichte des Literaturnobelpreises ist Doris Lessing die elfte Frau, die diese Auszeichnung zuerkannt bekommen hat.

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