Günter Grass- ein „Held“, ein „Vorbild“?

Es herrscht ein scheinbar entspanntes Verhältnis zwischen der deutschen Politik und dem Schriftsteller Günter Grass. Letzterer erhielt nur Lob zu seinem 80sten Geburtstag; Lob und nicht den geringsten Tadel. Auch nicht von der Bundeskanzlerin Merkel, die Grass’ Einsatz für die Bürgerrechte in den „Lübecker Nachrichten“ lobte und schrieb: „Demokratie lebt vom Diskurs.“

„Bundespräsident Horst Köhler erklärte, Grass habe durch seine entschiedenen Wortmeldungen zum Entstehen einer kritischen Öffentlichkeit in Deutschland beigetragen und der deutschen Kultur nach dem Krieg zu neuem Ansehen verholfen. Mit seinem Engagement habe der Nobelpreisträger die Demokratie in Deutschland mitgeformt und gestützt, so Köhler.
Der einzige, der sich differnzierter ausdrückte, ist Reich-Ranicki Eine wohlwollende Würdigung auch von Literaturkritiker und Autor Marcel Reich Ranicki, mit dem sich Grass in der Vergangenheit verbale Schlachten lieferte. Reich-Ranicki sagte den „Lübecker Nachrichten“, die ganze Welt bewundere Grass als Prosa-Schriftsteller, er selbst jedoch gehöre zu den wenigen, die auch seine Lyrik schätzten und bewunderten.

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